Parkinsonsches Gesetz

Ich muss Dir heute etwas gestehen, wofür ich mich früher echt geschämt habe:

Ich brauche für eine Präsentations- oder Demo-Vorbereitung genau so viel Zeit, wie ich mir dafür gebe.

  • Habe ich zwei Wochen? Brauche ich zwei Wochen.
  • Habe ich zwei Tage? Reichen mir zwei Tage..
  • Habe ich zwei Stunden? Schaffe ich es in zwei Stunden.

Das Ergebnis war am Ende oft erstaunlich ähnlich.

Konkret hatte ich kürzlich eine wirklich wichtige Präsentation inklusive Software-Demo. Der Termin war schon ewig bekannt, aber bis zwei Tage davor hatte ich nur ein paar nette Folien und ein Grundgerüst für meine Demo.

Der Druck stieg immer weiter, innerhalb von 48 Stunden habe ich geliefert und der Kunde war zufrieden.

Früher hätte ich gedacht: «Ich bin halt ein Aufschieber, das muss ich ändern.»

Das Parkinsonsche Gesetz

Heute weiß ich: Das ist kein Charakterfehler, das ist ein bekanntes Phänomen.

Es heißt «Parkinsonsches Gesetz» und besagt: «Arbeit dehnt sich genau in dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.»

Mit anderen Worten: Wir füllen die verfügbare Zeit aus, egal ob sie kurz oder lang ist.

Arbeit dehnt sich aus

Das hat zwei Konsequenzen:

  • Wenn Du Dir viel Zeit gibst, verlierst Du Dich in Details, polierst zu lange, optimierst Dinge, die am Schluss niemand bemerkt..
  • Wenn Du Dir wenig Zeit gibst, konzentrierst Du Dich auf das wirklich Wesentliche.

Das Erstaunliche: Das Ergebnis ist oft gleich gut, manchmal sogar besser, weil es fokussierter ist.

Deine Aufgabe

Nimm Dir Deine nächste größere Vorbereitungsaufgabe vor (Demo, Präsentation, Konzept, was auch immer) und experimentiere bewusst mit der Zeit:

  • Frag Dich zuerst: «Wie viel Zeit würde ich dafür normalerweise einplanen?»
  • Dann halbiere diese Zeit - wirklich, halbiere sie.
  • Setz Dir diese halbierte Zeit als feste Deadline im Kalender. Behandle sie wie einen externen Termin.
  • Vor dem Start frag Dich: «Wenn ich wirklich nur diese Zeit hätte, was lasse ich weg, was ist wirklich essentiell?»

Vergleich danach das Ergebnis mit einer früheren Vorbereitung, für die Du die volle Zeit hattest. Du wirst überrascht sein, wie ähnlich die Qualität ist, oder wie viel klarer das Ergebnis durch die Kürze geworden ist.

Noch ein Gedanke zum Abschluss

Uns wird beigebracht, dass mehr Zeit zu besseren Ergebnissen führt. Aber in Wahrheit führt mehr Zeit oft nur zu mehr Detailarbeit, mehr Versionen, mehr Zweifeln und nicht zu mehr Wirkung.

Die eigentliche Frage ist nicht: «Wie viel Zeit habe ich?»

Sondern: «Was ist das eine, was diese Vorbereitung wirklich braucht?»

Schreib mir gerne in die Kommentare, wie Dein Halbierungs-Experiment gelaufen ist.

Christian Unterschrift

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