Als Teenager war Andrew Agassi mein großes Vorbild. Diese Bewunderung gipfelte darin, dass ich mir seine Outfits kaufte und sogar begann seine Gesten und Bewegungsabläufe auf dem Tennisplatz zu kopieren.

Ich denke, jeder von uns hatte oder hat im Verlauf seines Lebens in irgendeiner Form Vorbilder. Die Frage ist, brauchen wir diese, um uns selbst weiterentwickeln zu können oder berauben sie uns unserer Identität und Einzigartigkeit?

Was mein Vater mit der Antwort auf diese Frage zu tun hat und wie Du ein Original bleibst und nicht zur Kopie wirst, erfährst Du jetzt in diesem Beitrag.

Vorbilder: Beeinflussung oder Inspiration?

In der Schule sollten wir einmal erzählen, was unsere Eltern beruflich machen. «Feuerwehrmann, Ärztin, Verkäufer oder Immobilienmaklerin» waren einige der Antworten. Mein Vater war gelernter Dreher, sprich Handwerker. Ich habe mich damals furchtbar geschämt, das so direkt vor meiner Klasse zu sagen. Leider wollte ich mich als Teenager auf die dümmste Art und Weise profilieren. Mit ein wenig Abstand und Lebenserfahrung sehe ich das natürlich ein wenig anders und würde noch heute gerne mein «damaliges Ich» für dieses Verhalten ohrfeigen.

Geboren und aufgewachsen ist mein Vater Mitte der 40er Jahre in einem kleinen Dorf, nördlich von Hannover. Gleich nach der Schule und seiner Ausbildung ging er als junger Mann mit Anfang zwanzig in den Nahen Osten, um für einige Jahre auf einer Bohrinsel im Persischen Golf zu arbeiten. Nach Stationen in Beirut und Berlin ist er schließlich in der Schweiz sesshaft geworden.

Schlussendlich hat er mehr als 45 Jahre gearbeitet, inklusiver körperlichen Beschwerden und Gebrechen. Beschwert hat er sich nie, die Familie kam für ihn immer an erster Stelle.

Mein Vater 1 00

Heute kann ich voller Überzeugung sagen, dass ich sehr stolz auf meinen Vater bin, auf die Werte, für die er steht und auf das, was er in seinem Leben erreicht hat. Viel von ihm lebt heute in mir weiter, mehr als ich wahrscheinlich zugeben möchte. Unsere Biografien gleichen sich und wir haben viel gemeinsam, wie zum Beispiel eine gewisse Abenteuerlust und dem Wunsch neues zu entdecken. Von dem her war und ist mein Vater zugleich Vorbild und Inspiration für mich.

Warum ist es wichtig, sich kritisch mit «Vorbildern» auseinanderzusetzen?

Um die Frage vom Anfang nochmals aufzugreifen: «Brauchen wir überhaupt Vorbilder?» Ich meine «Ja», denn Vorbilder können uns inspirieren, Werte und Ideen vermitteln und so unsere persönliche Entwicklung und unseren Lebensweg positiv beeinflussen.

Was ich allerdings für den falschen Weg halte ist, wenn Menschen einfach andere Menschen «kopieren», so wie ich das damals als junger Tennisspieler getan habe.

Pablo Picasso 1 00
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«Unter den Menschen gibt es viel mehr Kopien als Originale.»


Pablo  Picasso

Meiner Meinung nach ist es wichtig, sich kritisch mit seinen Vorbildern auseinander zu setzen. Natürlich möchte ich so Tennis spielen können wie Andre Agassi, so fokussiert wie Warren Buffett oder so empathisch wie Jacinda Ardern sein. Die Frage ist aber, wie man diese Werte für sich umsetzen kann, ohne dabei zur Kopie zu werden; wie man sich selbst treu bleiben kann im Angesicht all dieser großen Namen und Geschichten.

Menschen wie Du und ich als Vorbilder

Im Beitrag «Motivation ist wichtiger als Intelligenz und Talent» habe ich Dir von Patrick und seinem Werdegang erzählt. Tatsächlich müssen es nicht immer die großen und bekannten Namen sein, die uns inspirieren. Es können Menschen wie Du und ich sein: Unsere Eltern, Freunde oder Arbeitskollegen. Wir müssen einfach genau hinschauen und bereit sein, zuzuhören.

Adaptieren anstatt imitieren

Wurde ich durch meine «Andre Agassi Imitation» zu einem besseren Tennisspieler? Nein, definitiv nicht.

Hätte ich hingegen genauer hingeschaut und analysiert, warum er so erfolgreich war, dann hätte ich das auf meine Situation und meine damaligen Fähigkeiten ummünzen können. Auf diese Art hätte ich tatsächlich von meinem Vorbild profitieren können.

Lass Dich von Menschen aus Deinem Umfeld inspirieren

Ich habe in meinem Leben schon viele Menschen getroffen, die mich inspiriert haben, ja, die in gewisser Weise auch Vorbilder für mich waren und noch heute sind. Da ist zum Beispiel Helmut, mit dem ich damals in München zusammengearbeitet habe. Er war der mit Abstand beste und erfolgreichste Verkäufer, den ich bis dahin kennengelernt hatte. Dies machte ihn nicht etwa arrogant, nein, er blieb bescheiden, war bereit sein Wissen, seine Strategien und Erfahrungen zu teilen und nahm sich immer Zeit, um anderen zu helfen. Er hatte das Prinzip der Reziprozität wirklich verstanden.

Oder meine Großmutter: Ihr erstes Kind (mein Onkel) kam mit einer Behinderung zur Welt. Wo wir heute viel von Toleranz und Inklusion sprechen, war das in den 50er und 60er Jahren noch anders. Selbst mein Großvater tat sich schwer, seinen Sohn zu akzeptieren. Trotz all dieser Widerstände stand meine Großmutter immer bedingungslos zu ihrem Sohn. Sie engagierte sich zudem ehrenamtlich und war bis zu ihrem Tod für ihn da. Diese bindungslose Liebe und dieser Mut sind für mich absolut bewundernswert.

Ja, Elon Musk, Arnold Schwarzenegger oder Michelle Obama sind herausragende Persönlichkeiten und natürlich können Sie uns inspirieren. Trotzdem sind es oft Menschen in unserem Umfeld, die mit ihrem Lebensweg, ihren Ansichten und ihren Erfolgen uns motivieren und inspirieren. Wir müssen einfach unsere Augen öffnen und bereit sein, genau hinzuschauen.

Entscheidend ist, wie wir es leben

Schlussendlich denke ich, dass jeder von uns Vorbilder haben sollte, Menschen, zu denen er aufschauen kann oder die ihn inspirieren. Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass

  • wir unsere Vorbilder nicht imitieren sollten und
  • auch Menschen aus unserem persönlichen Umfeld Vorbilder sein können.

Früher hatte ich meine Vorbilder, die ich einfach kopiert habe. Erst später habe ich begriffen, dass ich meinen eigenen Weg gehen muss. Ich habe heute viele «Vorbilder», Menschen, die mich entweder inspirieren oder mir mit ihrer Art zeigen, woran ich bei mir noch arbeiten kann und muss. Lasst uns alle ein wenig aufmerksamer sein, potenzielle Vorbilder sind näher als wir vielleicht denken.

Dein

Christian Unterschrift

Wer sind Deine Vorbilder, damals oder heute? Hast Du welche und wenn nein, warum? Ich bin gespannt auf Deine Meinung und Erfahrungen, also schreib mir gleich unten einen Kommentar oder teil den Artikel mit Menschen, die das Thema ebenfalls interessiert.

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Für mich war dieser Job eine Chance, auf die ich lange hingearbeitet hatte. Als ich die Zusage erhielt, war das ein persönlicher Triumph. In den ersten Wochen ging ich wie auf Wolken bis zu dem Tag, als wir uns alle im Konferenzraum versammeln sollten. Kurz und knapp wurde die Schließung der Filiale München und somit der Verlust sämtlicher Arbeitsplätze verkündet.

In diesem Moment brach für mich eine Welt zusammen. Ich bin auf die Toilette und habe hemmungslos geweint.

Mit diesem Beitrag möchte ich Dir zeigen, dass wir alle mit Ängsten, Enttäuschungen und Selbstzweifeln konfrontiert sind und ich möchte Dich ermutigen offen über das Thema mentale Gesundheit zu sprechen.

Mentale Gesundheit? Leider immer noch ein Tabuthema

Nach meiner Ausbildung wurde ich gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, für ein halbes Jahr in der Zweigstelle Genf zu arbeiten. Ohne zu wissen, was genau auf mich zukam, habe ich «Ja gesagt». Je näher der Termin kam, umso größer wurden meine Selbstzweifel und Ängste. Als ich dann tatsächlich in den Zug stieg, um nach Genf zu fahren, fühlte ich mich so überfordert, dass ich körperliche Symptome hatte, ja, mich sogar übergeben musste.

Ich war in meinem beruflichen wie privaten Leben schon oft traurig. Ich habe auch schon oft geweint, fühlte mich überfordert oder einfach nur allein. So als ob jeder Schritt zu viel und selbst die kleinsten Aufgaben zu unüberwindbaren Hindernissen werden.

Das Problem ist, dass es Erwartungen gibt, die wir meinen, erfüllen zu müssen und dass wir diese viel zu wenig hinterfragen. «Männer weinen nicht» oder «Keine Schwäche zeigen» sind nur einige verstaubte Ansichten, die unser Denken und Handeln leider noch heute beeinflussen. Zusätzlich sehen wir auf sozialen Medien fast ausschließlich erfolgreiche Menschen und ihre Karrieren, welche mit der Realität oft wenig, bis gar nichts zu tun haben. Die ganzen sozialen Netzwerke vermitteln leider oft den Eindruck «Nur wer erfolgreich ist, ist auch etwas wert», was schnell zu negativen Gedanken und Selbstzweifel führen kann und somit Auswirkung auf unsere mentale Gesundheit hat.

Lass uns darüber sprechen

Gemäß Statistischem Bundesamt starben im Jahr 2020 allein in Deutschland täglich 25 Menschen durch Suizid. Diese Zahl hat mich erschüttert. Wir müssen mehr über unsere mentale Gesundheit sprechen und aufhören, dieses Thema zu tabuisieren.

Nehme ich die Dienste eines Personal Trainers in Anspruch, wenn ich körperliche Probleme habe, ist das ein ganz normaler Vorgang. Gehe ich zum Psychologen, weil ich psychische Probleme habe, gilt das oft als Stigmata und etwas, über das besser nicht gesprochen wird. Hat jemand im Kollegen- oder Bekanntenkreis ein Burnout, wird oft nur unter vorgehaltener Hand und ohne großen Respekt darüber gesprochen, wenn nicht sogar «getratscht».

Mentale Gesundheit sollte uns genauso wichtig sein, wie körperliche und wir sollten endlich anfangen offen darüber zu sprechen.

So gehe ich mit negativen Gedanken und Gefühlen um

Vorab ein wichtiger Hinweis: Solltest Du langanhaltende Niedergeschlagenheit oder negative Gedanken haben, helfen auch die unten beschriebenen Tipps nicht weiter. Bitte hol Dir in solchen Momenten professionelle Hilfe.

Folgende drei Vorgehensweisen haben sich für mich über die Jahre bewährt:

Schreibe Deine Gedanken, Gefühle und Ängste auf

Es handelt sich dabei um eine Art «Müllabfuhr» für all Deine negativen Gedanken und Gefühle. Durch das Niederschreiben entwickelst Du automatisch eine gewisse Distanz zu ihnen und Dein Kopf wird vom ganzen Ballast «befreit». Am besten machst Du das in regelmäßigen Abständen oder wann immer Du das Bedürfnis danach hast.

Führe ein «Erfolgstagebuch»

Tipp Nummer zwei geht in eine ähnliche Richtung. Auch hier geht es darum, Dinge aufzuschreiben.

Bereits am ersten Tag, an dem ich meinen Blog aus der Taufe hob, habe ich angefangen ein Erfolgstagebuch zu führen. Ich habe mir notiert, welche Herausforderungen ich hatte und was ich mir als nächsten Schritt vornehmen werde.

Wann immer ich in der Folge einen schwierigen Moment hatte, an dem meine Motivation an einem Tiefpunkt war, nahm ich mein Erfolgstagebuch zur Hand. Als ich sah, was für Herausforderungen ich zum Beispiel vor einem halben Jahr hatte und wo ich inzwischen stand, war das Balsam für meine Seele.

Sprich über Deine mentale Gesundheit

Für viele dürfte das der schwierigste Schritt sein und ich kann das wirklich nachvollziehen. Sich jemanden anzuvertrauen und seine verletzliche Seite zu zeigen, kann einschüchternd sein und setzt eine Menge Vertrauen voraus.

Ich selbst bin ein sehr kommunikativer und offener Typ. Aus diesem Grund gehen viele Menschen in meinem Umfeld davon aus, dass ich so gut wie keine Selbstzweifel und Ängste kenne. Das ist Blödsinn. Auch mir tut es gut, darüber zu sprechen. In so einer Situation erwarte ich also gar nicht, dass ich einen «guten Rat» erhalte. Alles, was ich will, ist die ungeteilte Aufmerksamkeit meines Gegenübers. Sollte sich Dir also jemand anvertrauen, dann sei einfach «Zuhörer und versuche nicht «Problemlöser» zu sein.

Mir ist wichtig nochmals zu betonen, dass es sich hierbei ausschließlich um meine persönlichen Strategien und Vorgehensweisen handelt. Bitte sei Dir bewusst, dass diese niemals professionelle Hilfe ersetzen können.

Ja, ich weine

Leider sprechen wir noch immer viel zu wenig über unsere mentale Gesundheit. Dabei betrifft das Thema jeden in unserer Gesellschaft. Fangen wir also noch heute an, das zu thematisieren und gestehen uns selbst auch negative Gefühle, Ängste, Lethargie und Überforderung zu. Seien wir auf der anderen Seite aber auch offen und empathisch unseren Mitmenschen gegenüber und seien wir da, wenn sie unsere ungeteilte Aufmerksamkeit brauchen.

Zusammenfassend hier also nochmals meine drei Vorgehensweisen, die mir geholfen haben, besser mit meinen Ängsten und Selbstzweifeln umzugehen:

  • Schreibe Deine Gedanken, Gefühle und Ängste auf
  • Führe ein «Erfolgstagebuch»
  • Sprich über Deine mentale Gesundheit

Bleib Dir selbst treu, steh zu Deinen Gefühlen und wenn Dir nach weinen zumute ist, dann weine, es ist in Ordnung - Ich weine auch.

Dein

Christian Unterschrift

Wie gehst Du mit negativen Gedanken, Ängsten und Unsicherheiten um und welche Rolle spielt für Dich das Thema «mentale Gesundheit»? Gerne darfst Du mir Deine Erfahrungen und Meinung unten in die Kommentare schreiben oder diesen Artikel mit Menschen teilen, die das Thema ebenfalls betrifft oder interessiert.

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Als Banker betreute ich einen Kunden, mit dem ich mich persönlich sehr gut verstand. Er empfahl mich in seinem Netzwerk weiter und so konnte ich nach und nach neue Kunden gewinnen. Eines Tages fragte er mich, wann er denn dafür seine Vermittlerprovision erhalten würde. War ich einfach naiv oder hatte ich ein anderes Verständnis von Reziprozität?

«Christian, eine Hand wäscht doch die andere».

Nein, es geht auch anders und warum das nur Vorteile mit sich bringt, möchte ich Dir in diesem Beitrag zeigen. Interessiert? Dann lass uns gleich einsteigen.

Reziprozität ist Bestandteil unseres Lebens

Wörtlich übersetzt heißt «Reziprozität» so viel wie «Gegenseitigkeit». Kennst Du das noch von früher? Du wurdest auf eine Party eingeladen und hast Dich, auch wenn Du dazu eigentlich gar keine Lust hattest, «genötigt» gefühlt diese Person ebenfalls auf Deine Party einzuladen. Das Prinzip der Reziprozität ist in vielen Bereichen unseres Lebens präsent und hat sogar Einzug in zahlreiche Sprichwörter, Redewendungen und in unserem täglichen Sprachgebrauch gefunden:

  • «Auge um Auge, Zahn um Zahn»
  • «Wie Du mir, so ich Dir»
  • «Eine Hand wäscht die andere»

Auch viele Wirtschaftszweige beruhen auf dem Prinzip der Reziprozität wie zum Beispiel das Vertriebs- oder Handelsgeschäft. Schlussendlich handeln viele Menschen auch im geschäftlichen Umfeld nach dem Prinzip: «Den ruf ich jetzt an, der schuldet mir noch einen Gefallen».

Du siehst, wir alle sind von Reziprozität und ihrer Auswirkung umgeben und werden tagtäglich damit konfrontiert. Die Frage, die ich mir stelle, ist, ob es nicht auch einen anderen Weg gibt, um mit diesem Thema umzugehen.

Warum sollten wir dieses Verhalten hinterfragen?

Leider sind viele heute nur auf ihren eigenen Vorteil aus. Persönlich empfinde ich es im (Geschäfts) Leben oft als befremdlich, dass man immer und für alles eine Gegenleistung erwartet. Um es gleich vorwegzunehmen, mich stört dieser Ansatz und ich empfinde diesen als grundsätzlich falsch. Für mich geht es bei Reziprozität in erster Linie darum, etwas für mein Gegenüber zu tun, ohne dafür aktiv eine Gegenleistung zu fordern oder unterbewusst zu erwarten. Außerdem mag ich diese «Abhängigkeit» nicht, jemandem einen Gefallen zu «schulden» oder in jemandes Schuld zu stehen.

Komischerweise können viele Menschen schlecht damit umgehen, wenn man ihnen «einfach so» einen Gefallen tun. Wir sind schon so konditioniert, uns automatisch verpflichtet zu fühlen, für jede noch so kleine Gefälligkeit eine Gegenleistung erbringen zu müssen. Ich sage nicht, dass Reziprozität immer schlecht sein muss, aber ich plädiere für ein wenig mehr Menschlichkeit, Offenheit und Nächstenliebe im täglichen Miteinander, privat genauso wie im Geschäftsleben.

Zu Zeiten meiner Ausbildung war es so, dass andere Banken oder externe Dienstleister uns jedes Jahr zu Weihnachten mit Geschenken wortwörtlich überhäuft haben. Haben sie das aus purer Nächstenliebe oder reiner Freundlichkeit getan? Nein, natürlich nicht. Im Gegenzug haben sie Geschäft und Umsatz im nächsten Jahr von uns erwartet. Dies war lange Zeit in vielen Branchen an der Tagesordnung. Dafür gibt es heute zum Glück klare Regeln und Richtlinien.

Versuch doch das Ganze mal aus einer etwas anderen Perspektive zu sehen: Warum macht man im Bus oder der Straßenbahn Platz für jemanden? Weil man dafür eine Gegenleistung erwartet? Nein, weil es einfach anständig und nett ist. Ich würde mir so eine Einstellung auch mehr im täglichen Miteinander wünschen.

Wie kannst Du Reziprozität richtig einsetzten?

Die Frage nach dem «wie setze ich das am besten um» erübrigt sich eigentlich. Ich denke, es ist in erster Linie eine Kopfsache und das Ausbrechen aus solch starren Vorstellung wie «ich tue Dir nur einen Gefallen, wenn ich auch etwas davon habe». Aus diesem Grund soll das hier auch keine «Schritt für Schritt» Anleitung sein, sondern vielmehr ein paar Punkte, die Dich ein wenig zum Nachdenken bringen sollen.

Menschen spiegeln sich

Übersetzt heißt das, wenn Du gütig, großzügig und nett zu Deinen Mitmenschen bist, so «spiegeln» sie dieses Verhalten automatisch. Das funktioniert ganz ohne Druck und aktivem fordern nach einer Gegenleistung oder eines Gefallens.

Vertraue Deiner Intuition

Eigentlich ist es doch simpel, wenn Du Dir folgende Frage stellst: Würde ich das auch für meine Frau, Mutter, Vater oder sonst jemanden der mir nahe steht tun, ohne eine Gegenleistung dafür zu erwarten? Ich denke, die Antwort liegt auf der Hand und gibt den Weg für einen gesunden Umgang mit Reziprozität vor.

Erfreue Dich am Erfolg Deiner Mitmenschen

Du darfst mich gerne altmodisch nennen, aber ich freue mich, wenn ich anderen Menschen helfen kann und ja, ich freue mich sogar für den Erfolg meiner Mitmenschen. Das (Geschäfts) Leben ist kein Wettbewerb, sondern vielmehr eine Reise, wo Dinge wie Achtsamkeit und Menschlichkeit mehr bedeuten als der schnelle persönliche Gewinn.

Wenn Dich das Thema interessiert und Du mehr über ein anderes, ein menschlicheres Miteinander erfahren möchtest, empfehle ich Dir meinen Beitrag «So einfach lernst Du aktives Zuhören».

Ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit

Dieser Beitrag ist anders als alle, die ich bis jetzt veröffentlicht habe. Er ist weniger eine Anleitung als vielmehr ein Plädoyer für mehr Achtsamkeit und Menschlichkeit im gegenseitigen Umgang miteinander.

Versuch Dir einfach folgende Punkte im täglichen Miteinander immer wieder vor Augen zu führen:

  • Menschen spiegeln sich
  • Vertraue Deiner Intuition
  • Freue Dich am Erfolg Deiner Mitmenschen

Es kann sein, dass meine Ansicht altmodisch und nicht «karrierekonform» im klassischen Sinn ist, aber ganz ehrlich, es fühlt sich gut und richtig an. Versuch es doch auch einmal und wer weiß, vielleicht sind wir dann gar nicht mehr altmodisch, sondern unserer Zeit voraus.

Dein

Christian Unterschrift

Wie denkst Du über Reziprozität? Sind die beschriebenen Ansichten altmodisch und verklärt oder gerade heute so aktuell wie nie? Ich bin gespannt auf Deine Meinung und Erfahrungen, also schreib mir gleich einen Kommentar oder teile den Post mit Menschen, die das Thema ebenfalls interessiert.

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«Menschen wirklich verstehen und dabei selbst als empathische Persönlichkeit wahrgenommen werden.» Was ist, wenn ich Dir sage, dass es dafür eine «Formel» gibt? Sie nennt sich «aktives Zuhören» und auch Du kannst es lernen.

Ich selbst war jahrelang im Vertrieb tätig. Kunden aktiv anzusprechen und Verkaufsgespräche zu führen war Teil meiner Arbeit. Hier habe ich realisiert, wie wichtig aktives Zuhören ist und angefangen mich mit dem Thema intensiv zu beschäftigt.

In diesem Beitrag zeige ich Dir, wie auch Du aktives Zuhören lernen und umsetzen kannst.

Bereit?

Dann lass uns gleich starten.

Wir verlernen richtig zu kommunizieren

Die Arten und die Möglichkeiten der Kommunikation haben sich in den letzten Jahren stark verändert. In Situationen, wo wir früher noch persönlich miteinader gesprochen haben, schreiben wir uns heute einfach eine E-Mail oder Textnachricht. Manchmal scheint es fast so, als ob wir aufgrund dieser Veränderungen die Grundlagen des persönlichen Miteinanders nach und nach verlernen.

Es ist doch oft so, dass wir zum Beispiel nur darauf warten, dass während eines Gesprächs eine Pause entsteht, damit wir selbst wieder zu Wort kommen. Wir haben also bereits, noch bevor unser Gegenüber eine Antwort gegeben hat, uns im Kopf die nächsten Sätze zurechtgelegt. Genau hier setzt aktives Zuhören an.

Dieses beschriebene Verhaltensmuster wirkt oft nicht nur unhöflich und respektlos, nein, es kann auch verheerende Folgen haben. Wenn wir dadurch zum Beispiel in einem Verkaufsgespräch keine saubere Bedarfsanalyse mehr machen können, Aussagen unseres Gegenübers nicht richtig verstehen oder schlimmstenfalls sogar falsch interpretieren.

Aktives Zuhören verbessert Deine Kommunikation

Doch wie schaffen wir es, wieder aufmerksamer zu werden? Wie können wir aktives Zuhören lernen und was müssen wir dafür konkret tun? Die folgenden vier Punkte werden Dir helfen, besser auf Dein Gegenüber einzugehen, um Gespräche wieder auf Augenhöhe zu führen.

Schaffe die Grundlage für aktives Zuhören

Oft denke ich mir, dass speziell dieser Punkt viel zu trivial ist, um ihn überhaupt zu erwähnen. Leider holt mich die Realität ein ums andere Mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Die Grundlagen für gute Kommunikation und damit auch für aktives Zuhören sind eigentlich simpel, werden aber leider viel zu oft vernachlässigt.

Ganz konkret gilt: Der richtige Ton öffnet uns mehr Türen als wir denken. Leider beherzigen wir oft nicht einmal diese einfachste Grundregel der Kommunikation. Der Musiklehrer von meinem Sohn zum Beispiel hält es nicht für nötig zur Begrüßung «Hallo» zu sagen, geschweige denn ein wenig netten «Smalltalk» zu betreiben. Was auf den ersten Blick nur ärgerlich ist, kann auf lange Sicht weitgreifende Folgen haben. Stell Dir vor, was passieren würde, wenn sich dieser Musiklehrer selbständig machen will und mich oder meine Kinder als Kunden anwerben möchte? Bei mir hätte er, allein schon durch seine unfreundliche Art, keine Chance, mich als Kunden zu gewinnen. Spätestens dann ist die Auswirkung seines Verhaltens fahrlässig und geschäftsschädigend.

Ein schlechtes Kommunikationsverhalten kann Dir nicht nur im privaten Umfeld großen Schaden zufügen. Wenn Du nicht in der Lage bist, auf Augenhöhe zu kommunizieren und aktiv zuzuhören, wirst Du beispielsweise bei einer Beförderung übergangen, Deine Mitarbeiter sind demotiviert oder Du schaffst es nicht, einen Verkauf abzuschließen. Viele Leute denken wahrscheinlich oft, dass diese Grundlagen nicht so wichtig sind und dass sie, teilweise auch wegen ihrer hierarchischen Stellung, es nicht nötig haben, sich danach zu richten.

Lösung

Wenn wir unseren gesunden Menschenverstand benutzen, wissen wir normalerweise, wie wir uns zu verhalten haben. Unserer Umwelt gegenüber sollten wir freundlich, offen und respektvoll gegenübertreten und die Worte «Bitte» und «Danke» nicht als Fremdwörter betrachten. All diese Regeln und Empfehlungen haben natürlich auch in der digitalen Welt ihre Gültigkeit. Wenn wir uns an diese einfachen Grundregeln halten, dann ist das bereits ein gutes Fundament für gute Kommunikation und für aktives Zuhören.

Der Einstieg war doch einfacher als gedacht, oder? Es sind die Kleinigkeiten, die, wie so oft, den Unterschied machen. Um dies zu verdeutlichen, möchte ich Dir noch eine kleine Anekdote zum Thema «Kleinigkeiten entscheiden» erzählen:

Der Manager eines großen US-Hedgefonds soll einmal auf die Frage, auf welche Qualifikationen er bei seinen Bewerbern als Erstes achtet, geantwortet haben: «Ich schaue einfach, ob es nette Leute sind». Es ist doch eine bemerkenswerte Tatsache, dass ein Hedgefonds Manager auf solch vermeintlich einfache Dinge so einen großen Wert legt. Das verdeutlicht nur nochmals, wie viele Türen sich durch Kleinigkeiten oder vermeintliche Nebensächlichkeiten öffnen können und wie einfach Du das Fundament für aktives Zuhören legen kannst.

Arbeite an Deiner Empathie

Ich bin der festen Überzeugung, dass empathische Menschen, geschäftlich wie privat, einen großen Vorteil im Leben haben und deutlich mehr erreichen als diejenigen, die diese Fähigkeit nicht besitzen. Zusätzlich ist Empathie ein weiterer wichtiger Baustein, um aktives Zuhören zu erlernen.

Das Problem ist, die meisten Menschen denken, dass man Empathie per se nicht erlernen kann und sich aus diesem Grund auch nicht weiter mit diesem essenziellen Thema beschäftigen. Natürlich gibt es Menschen, die eine natürliche Gabe haben und es gibt keinen Schalter, den man einfach so umlegen kann. Selbst wenn man sich mit dem Thema näher beschäftigt wird man nicht von heute auf morgen zu einer empathischen Persönlichkeit, aber mit der Empathie ist es wie mit einem Muskel; sie muss trainiert werden, um wachsen zu können.

Lösung

Um Dein «Empathie-Training» zu starten, brauchst Du für den Anfang nicht viel. Folgende Punkte können von jedem im täglichen Leben umgesetzt werden. Sie trainieren und stimulieren unsere empathischen Fähigkeiten und somit auch aktives Zuhören:

  • Schau Deinem Gesprächspartner in die Augen
  • Lass Dein Gegenüber ausreden
  • Versuche, Dich in die andere Person emotional hineinzuversetzen. Was fühlt Dein Gegenüber in diesem Moment?
  • Frag aktiv nach den Gefühlen Deines Gesprächspartners
  • Sprich Deine eigenen Gefühle offen als Ich-Botschaft an

Es gibt allerdings auch Dinge während eines Gesprächs, die Du auf jeden Fall vermeiden solltest:

  • Aussagen interpretieren – besser: nochmals nachfragen, um sicherzustellen, ob Du den Inhalt richtig verstanden hast.
  • Ungefragt Ratschläge erteilen – wenn Dein Gegenüber Deine Unterstützung benötigt, wird er oder sie es Dir mitteilen.
  • Deinen Gesprächspartner belehren – damit verlässt Du das Gespräch auf Augenhöhe.

Sprich Unklarheiten sofort an

Was nun folgt, würde ich als modernen Klassiker des Büroalltags bezeichnen. Die Kollegen haben sich im Besprechungsraum eingefunden. PowerPoint Slides werden auf die Leinwand projiziert und der Redner trägt diese vor. Du verstehst gewisse Zusammenhänge nicht oder genannte Begriffe sind Dir nicht geläufig. Allerdings traust Du Dich nicht nachzufragen, aus Angst Dich bloßzustellen: «ich bin sicher der Einzige hier, der das jetzt gerade nicht verstanden hat». Doch plötzlich meldet sich Dein Sitznachbar und stellt genau diese eine Frage und so gut wie jeder im Raum nickt erleichtert.

Ich selbst kenne diese Situation nur zu gut und empfinde das beschriebene Verhalten als zutiefst menschlich. Doch zu fragen ist keine Schwäche, auch wenn uns das leider oft suggeriert wird. Ganz im Gegenteil, nach Hilfe zu fragen, völlig egal, ob es einfach um Begrifflichkeiten oder auch Unterstützung bei der Erledigung von Aufgaben geht, ist ein Zeichen von Stärke und ein wichtiger Schritt auf dem Weg aktives Zuhören zu erlernen.

Lösung

Sei also stark und frage immer nach, wenn Dir etwas unklar ist. Sei offen bezüglich Dingen, die Du nicht weißt oder verstanden hast. Dies erfordert Mut und Ehrlichkeit, vermittelt aber Authentizität, ehrliches Interesse und stellt somit einen weiteren wichtigen Baustein für aktives Zuhören dar. Gleichzeitig erhöht sich dadurch auch Deine Glaubwürdigkeit, da die Menschen Dich besser einschätzen und sich darauf verlassen können, wenn Du sagst etwas verstanden zu haben.

Wiederhole es mit Deinen Worten

So einzigartig jeder Mensch ist, so einzigartig kommuniziert er auch. Es gibt Personen, die alles bis ins letzte Detail ausformulieren, ihre Gedanken und Gefühle wortwörtlich auf der Zunge tragen und diese auch glasklar zum Ausdruck bringen können. Dann gibt es andere, die nur das absolut Notwendigste reden und davon ausgehen, dass ihr Gegenüber sie schon versteht oder zumindest weiß was gemeint ist.

Gute, zielführende Gespräche, sowie aktives Zuhören können bei zwei grundlegend verschiedenen Kommunikationstypen zur Herausforderung werden. Das, was der eine nicht gesagt hat, interpretiert der andere hinzu und umgekehrt. Am Schluss haben beide das Gefühl, einander verstanden zu haben, dabei handelt sich oft nur um ihre eigene Interpretation des Gesagten. Was wir denken, versuchen wir in Worte zu fassen und diese Worte werden von unserem Gegenüber «interpretiert». Unser eigener initialer Gedanke und die Interpretation unseres Gegenübers können also sehr weit auseinandergehen. Wenn Du schonmal «Stille Post» gespielt hast, weißt Du, wie schnell ein Begriff oder ganze Sätze verfälscht wiedergegeben werden können.

Lösung

Das Wiederholen der Aussage unseres Gegenübers ist eine wirkungsvolle Methode, um nicht nur uns selbst zu helfen, sondern auch dem Gesprächspartner zu vermitteln, dass wir ihn wirklich verstanden haben. Wer möchte nicht auch das Gefühl haben, verstanden zu werden? Du darfst es allerdings nicht übertreiben, denn zu viel Wiederholen kann befremdlich, unnatürlich und mechanisch wirken.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Deine Kommunikation grundsätzlich zu vereinfachen und dadurch mehr Klarheit zu schaffen. Wie das geht, erfährst Du in meinem Artikel «die ultimative Kommunikationsformel im 100 Tage Selbstversuch».

Aktives Zuhören: Kleine Veränderungen, große Wirkung

Menschen, die aktives Zuhören beherrschen und die Grundlagen der Kommunikation kennen, wirken von Natur aus sympathischer und kompetenter. Die oben aufgeführten Punkte scheinen für sich im Einzelnen betrachtet klein zu sein, in der Summe allerdings sind sie extrem wirkungsvoll und werden Dein Kommunikationsverhalten auf eine neue Ebene bringen. Versuche also zukünftig, diese zu verinnerlichen, bis sie zur Gewohnheit werden:

  • Kenne und beherrsche die Grundlagen der Kommunikation,
  • arbeite an Deinen empathischen Fähigkeiten,
  • frage nach bei Unklarheiten und
  • wiederhole Aussagen in Deinen eigenen Worten.

Als ich vor einigen Jahren bei einer neuen Firma anfing, führte mich mein damaliger Chef am ersten Tag durch die Büros und stellte mir sämtliche Mitarbeiter vor. Vor einer Tür hielt er kurz inne: «Das ist Peters Büro, er ist ein ganz schwieriger Typ. Pass also auf, wenn du was von ihm willst». Auch von anderen Mitarbeitern bekam ich im Laufe der Zeit ähnliche Aussagen zu hören. Eines Tages brauchte ich tatsächlich seine Hilfe. Die ganzen negativen Aussagen waren mir alle noch präsent, doch das änderte nichts an der Tatsache. Ich ging also in sein Büro und fragte ihn höflich, ob er mir BITTE helfen könne. Was denkst Du, war seine Antwort? «Natürlich Christian, ich helfe dir gerne, bitte nimm Platz»

Wir denken oft, dass wir verschlungene, aufwendige und komplizierte Wege gehen müssen, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen. Doch manchmal sind es die kleinen Dinge, die entscheiden und uns weiterbringen. Darum gehe regelmäßig in Dich, arbeite an Deiner Kommunikation und am Thema aktives Zuhören, es lohnt sich!

Wie wichtig Empahtie im beruflichen Umfeld ist, arbeitet auch Olivier Fantl in seinem Blogbeitrag «Empathie ist nichts für Weicheier» sehr gut auf. In meinem Beitrag «Ich bin traurig - Tabuthema mentale Gesundheit» zeige ich Dir, wie wichtig Empathie im privaten Umfeld sein kann.

Zusätzlich möchte ich Dir auch meinen Beitrag «All Dein Wissen ist wertlos» ans Herz legen. In diesem beschäftige ich mich mit der Frage, welche Bedeutung Wissen auf der einen und Soft Skills wie aktives Zuhören auf der anderen Seite in Zukunft haben werden. Weitere spannende Beiträge zum Thema «Karriere machen» findest Du hier.

Dein

Christian Unterschrift

Wie ist Deine Meinung dazu? Hast Du Dich auch schon mit dem Thema «Kommunikation» beschäftigt und ist aktives Zuhören ein Thema für Dich? Ich bin gespannt auf Deine Erfahrungen, also schreib mir gleich einen Kommentar oder teile den Beitrag mit Menschen, die das Thema ebenfalls interessiert!

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«Christian, mit Deinem Job, Deinem erfolgreichen Blog, Deiner eigenen Firma, da hattest Du ja wirklich Glück». Solche Aussagen höre ich immer wieder. Ich entgegne dann immer: «Erfolg ist kein Glück, sondern die Fähigkeit im richtigen Moment Ja sagen zu können».

Immer Ja-Sagen zu müssen ist natürlich eine Albtraum-Vorstellung. Vielmehr soll es darum gehen nach dem «Ja-Prinzip» zu handeln.

Du möchtest mehr über das «Ja-Prinzip» erfahren und was dieses mit einem ehemaligen US-Präsidenten zu tun hat? Dann sei gespannt und finde es jetzt heraus.

Erfolg ist kein Glück, oder doch?

Persönlich habe ich mir über das «Ja-Sagen» und die Aussage «Erfolg ist kein Glück» nie richtig Gedanken gemacht bis zu dem Tag, an dem eine Kollegin zu mir meinte: «Du sagst auch wirklich zu allem ja». Natürlich war diese Bemerkung leicht überspitzt und nicht unbedingt als Kompliment gedacht. Gerade deswegen habe ich angefangen mir über das Thema ein wenig mehr Gedanken zu machen.

Wenn ich so zurückblicke, muss ich zugeben, dass ich kein wahnsinnig guter Schüler war. Ich hatte nur einen durchschnittlichen Abschluss ohne Studium und meine Ausbildung habe ich auch eher mittelmäßig abgeschlossen.

Doch warum erzähle ich Dir das und was hat das mit meinem Ja-Sagen zu tun? Nun, wenn ich sehe, wo Menschen, die ich von früher kenne und die eine deutlich bessere Ausbildung absolviert haben als ich, heute stehen, dann erstaunt mich das immer wieder. Ich frage mich dann «wie kann das sein?». Natürlich darf man meine Definition von Karriere und Erfolg nicht mit denen anderer Leute gleichsetzen oder sie als allgemein gültigen Maßstab heranziehen. Doch wenn ich in Gesprächen dann höre «Christian, wie hast Du das nur alles geschafft?» oder «das hätte ich auch gerne», macht mich das schon nachdenklich. Aber was hat das alles mit dem «Ja-Prinzip» zu tun, warum ist an der Aussage «Erfolg ist kein Glück» so viel Wahres dran und wie habe ich es mit einer mittelmäßigen Schullaufbahn trotzdem geschafft erfolgreich zu werden?

Wir machen uns selbst etwas vor

Ein großes Problem ist, dass wir zu oft von der Annahme ausgehen, dass Erfolg zum großen Teil auf dem Glücksprinzip basiert. Warum tun wir das? Ich denke, dass es einfach bequem ist zu sagen «der hatte einfach nur Glück» als es sich selbst zu erarbeiten. Gleichzeitig lässt uns der Gedanke «mit ein wenig Glück hätte ich das auch geschafft» besser fühlen.

Viele Menschen versuchen, mit so wenig Aufwand wie möglich durch ihren Arbeitsalltag zu kommen. Grundsätzlich ist dagegen auch nichts einzuwenden, solang man sich nicht beschwert, wenn dieses oder jenes Ziel nicht erreicht werden konnte. In meinen Augen ist der Profisport ein gutes Beispiel dafür. Wie oft haben wir nicht auch schon gesagt oder gedacht, dass wir mit ein wenig Glück und Training auch das Zeug zum Profifußballer, Tennis- oder Golfspieler gehabt hätten. Leider gehen nur die wenigsten diesen Weg, da dieser lang und beschwerlich ist. Erfolg ist kein Glück und ein gutes Beispiel dafür war der Tennisspieler Ivan Lendl. Er war zu seiner Zeit einer der erfolgreichsten Athleten in seinem Sport. Gleichzeitig sagte er von sich selbst, dass sein Erfolg nur zu maximal 10% auf Talent, aber zu 90% auf harter Arbeit, sprich Training beruhte.

So wirst auch Du erfolgreich

Du siehst, Erfolg ist kein Glück, aber natürlich auch nicht immer zu 100% planbar. Im Sport wird oft der Ausdruck «den Erfolg erzwingen» verwendet und das bringt es sehr schön auf den Punkt. Um Deinem Erfolg auf die Sprünge zu helfen und zu «erzwingen» braucht es ein klares Konzept, das «Ja-Prinzip». Es ist simpel und besteht aus folgenden drei Punkten:

Sag «Ja», aber richtig

Es ist unbestritten, dass «Nein-Sagen» und sich im richtigen Moment abgrenzen zu können eine wichtige Fähigkeit ist. Du solltest allerdings vorsichtig damit umgehen und das Ganze ein wenig differenzierter betrachten. Durch zu viele Neins entgehen Dir vielleicht Möglichkeiten, um zu wachsen und Dich weiterzuentwickeln. Ein kleines Beispiel gefällig? Stell Dir bitte folgendes Szenario vor:

Es wird jemand gesucht, der für zwei bis drei Wochen nach New York reist, um ein großes Projekt vorzubereiten. Flug, Hotel und Spesen werden bezahlt, Büro direkt hinter dem Times Square. Was denkst Du, wie viele Leute in der Firma haben sich aktiv für dieses Angebot beworben? 5, 15 oder vielleicht sogar 20? Nur einer, und zwar ich.

«Christian hat aber Glück gehabt, dass er das machen durfte». Tatsache ist, dass ich NICHT die erste Wahl war. Die meisten Leute vor mir haben «Nein» zu diesem Angebot gesagt. Ich war der Einzige in dieser langen Reihe, der «Ja» gesagt hat. Natürlich war das für mich ein riesiger Schritt aus meiner Komfortzone heraus, aber es gab mir auch die Möglichkeit mich weiterzuentwickeln. Beim nächsten Mal, wo es um mehr Verantwortung oder einen Job im Ausland ging, war ich der Erste, der gefragt wurde - Erfolg ist kein Glück.

Sei neidisch, aber richtig

Kennst Du auch dieses Gefühl, wenn jemand anderes die Aufgabe oder die Beförderung erhalten hat, die Du eigentlich wolltest? Ob wir es zugeben wollen oder nicht, aber wir alle waren schon einmal neidisch. Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie wir mit diesem Gefühl umgehen sollen. In meinen Augen gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Negativ: Ich bin neidisch auf das, was diese Person erreicht hat - die hatte einfach nur Glück!
  • Positiv: Ich bin neidisch auf das, was diese Person erreicht hat - ich will das auch erreichen!

Sei also positiv und nutze Deinen Neid als Ansporn um Deine Ziele zu erreichen. Versuch dabei auch mal hinter die Kulissen zu schauen. Was nimmt diese Person auf sich, um erfolgreich zu sein? Erfolg ist kein Glück, sondern hat mit dem Willen, Ziele zu erreichen zu tun.

Überfordere Dich, aber richtig

«Aber das kann ich nicht» oder «das habe ich noch nie gemacht» - viele Menschen trauen sich selbst viel zu wenig zu und sagen aus diesem Grund zu oft «Nein», wenn sich ihnen eine Chance bietet. Während meiner Ausbildung bläute mir mein Chef ein, dass bevor ich eine neue Aufgabe oder Job annehme, ich mir Gedanken machen muss, wie viel ich von dem Geforderten beherrsche. Sein Kredo war: «70% musst Du beherrschen, 30% lernst Du dazu». Übersetzt heißt das nichts anderes wie, komm raus aus Deiner Komfortzone und gib Dir die Chance an neuen Aufgaben zu wachsen.

Henry Ford
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«Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.»


Henry Ford

Ja-Sagen bedeutet auch immer ein Stück Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung für Dich, Deine Entscheidungen und Deine Ziele. Es gibt viele Beispiele in meinem Lebenslauf, wo ich einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und «Ja» gesagt habe. Natürlich war nicht jedes «Ja» immer richtig oder klug, aber man wächst an schlechten Entscheidungen genauso wie an Guten.

In diesem Zusammenhang empfehle ich Dir meinen Artikel «Perfektionisten sterben in Schönheit» wo ich Dir zeige, wie Du schneller ins Handeln und Umsetzen kommst, sobald Du einmal «Ja» gesagt hast.

Erfolg ist kein Glück sondern beginnt mit einem «Ja»

Welche positive Energie mit einem simplen «Ja» freigesetzt werden kann, bewies Barack Obama während seinem Wahlkampf 2008.

Barack Obama
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«Yes, we can»


Barack Obama

Mach Du es ab jetzt genauso. Du kannst Dir sicher sein, dass Deine Chancen kommen werden.

  • Erfolg ist kein Glück, sondern die Fähigkeit im richtigen Moment «Ja» zu sagen.
  • Steh zu Deinem Neid und nutze ihn für Dich.
  • Überfordere Dich, aber im richtigen Ausmaß. Denk dabei immer an das 70 - 30 Prinzip.

Wenn Du Dich an diesen drei Punkten orientierst, dann ist das «Ja-Prinzip» etwas mit dem Du wachsen kannst und es wird Dich erstaunen, wie weit Du damit kommen wirst.

Dein

Christian Unterschrift

Wie ist Deine Meinung dazu? Stimmst Du der Aussage «Erfolg ist kein Glück» zu oder siehst Du das anders? Ich bin gespannt auf Deine Meinung und Erfahrungen, also schreib mir gleich einen Kommentar oder teil den Artikel mit Menschen, die das Thema ebenfalls interessiert.

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Kennst Du auch dieses schlechte Gewissen am Abend, wenn Du wieder mal nicht alles erledigen konntest, was Du Dir eigentlich morgens vorgenommen hast?

Ja, auch ich kenne dieses Gefühl. Tatsächlich war das einer der Auslöser, mich mit den Themen «Produktivität» und «Zeitmanagement» intensiv auseinanderzusetzen.

In diesem Beitrag zeige ich Dir, warum dieses schlechte Gewissen eigentlich eine gute Sache ist, wie Du es für Dich nutzen kannst und was gutes Zeitmanagement mit Deinem Geld zu tun hat.

Jeder hat gleich viel Zeit zur Verfügung

Ich hatte früher oft das Gefühl meine Zeit einfach so zu «verschwenden». Morgens war ich noch voller Tatendrang, aber dieser wurde den Tag über immer weniger und die potenziellen Ablenkungen immer größer und verführerischer. Abends war ich frustriert, da ich bei weitem nicht das geschafft hatte, was ich mir eigentlich morgens vorgenommen hatte. Gefühlt hatte mein Tag gerade mal drei Stunden. Auf der anderen Seite kenne ich Menschen, die scheinbar mehr als 24 Stunden pro Tag zur Verfügung haben. Sie sind erfolgreich im Beruf, spielen mindestens ein Instrument, treiben viel Sport und finden immer noch genug Zeit für Ihre Familie und Freunde. Da kommt schon die Frage auf, was diese Menschen eigentlich anders machen.

Ich denke, die Antwort ist einfach und liegt auf der Hand: Sie gehen bewusster mit ihrer Zeit um. Wenn Du erfolgreich werden willst, führt also kein Weg daran vorbei, Deine Zeit und was Du mit ihr anfängst unter Kontrolle zu haben. Dabei spielt es keine Rolle wie Du Erfolg für Dich definierst.

Leider lese ich immer wieder von sogenannten «Lifehacks» die Dir Dinge wie «steh jeden Tag um fünf Uhr auf» oder «arbeite bis Mitternacht, nur Looser brauchen mehr als fünf Stunden Schlaf» als universelle Lösung verkaufen möchten. In meinen Augen ist das zu kurz gedacht und löst nicht das eigentliche Problem, sondern verschieben es lediglich.

Aus diesem Grund ist Zeitmanagement so wichtig

Was man sich immer vor Augen führen sollte ist, dass jedem von uns nur eine begrenzte «Menge» an Zeit im Leben zur Verfügung steht. Leider gehen viele von uns damit achtlos um. Ja, es stimmt, wir leben in einem Zeitalter, in dem wir mit Informationen regelrecht überschüttet werden und alles immer nur ein «Klick» entfernt ist. Doch genau darum ist es wichtig, sich seiner Zeit bewusst zu sein und sie entsprechend umsichtig einzusetzen. Wofür genau? Das kann und muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Frage ist, ob die drei Stunden Netflix Dich glücklich machen, oder doch die Arbeit an einem Deiner Herzensprojekte.

So einfach kannst Du starten

Es ist gar nicht mein Anspruch die Themen Zeit und Zeitmanagement vollumfänglich und in all ihren Facetten hier zu behandeln. Was mir aber schon wichtig ist, ist eine gewisse Sensibilisierung und ein Bewusstsein für diese Themen zu schaffen. Lass Dir dazu mal folgende Punkte durch den Kopf gehen:

Betrachte Zeit wie Geld

«Zeit ist Geld»: Ich weiß, die Redewendung ist alt und überstrapaziert. Doch lass uns das Ganze mal aus einer etwas anderen Perspektive betrachten, und zwar «gehe mit Deiner Zeit um, wie mit Deinem Geld». Nimm die Redewendung also wörtlich. Würdest Du mit Deinem Geld genauso umgehen wie mit Deiner Zeit? Stell Dir doch selbst einmal diese Frage und versuche diesen Perspektivenwechsel. Ich bin überzeugt, dass Du, sobald Du anfängst so zu denken, automatisch andere Entscheidungen treffen wirst, wie Du Deine Zeit «ausgibst».

Wie verbringst Du Deinen Tag?

Wenn Menschen den Überblick über ihre Finanzen verloren haben, wird oft empfohlen ein Haushaltsbuch zu führen. Darin werden dann alle Ausgaben fein säuberlich dokumentiert, die über einen gewissen Zeitraum anfallen. So erhält man, anstatt eines vagen Gefühls, wieder eine genaue Vorstellung davon, wofür man sein Geld eigentlich ausgibt.

Genau das gleiche Vorgehen empfehle ich Dir in Bezug auf Deine Zeit. Führe ein «Zeitenbuch» und dokumentiere alles, wofür Du tagsüber Zeit aufwendest. Um das Ganze praktikabel zu machen, empfehle ich Dir jeweils Zeiteinheiten von einer Stunde zu verwenden.

Ich verspreche Dir, Du wirst überrascht sein, wofür Du alles Zeit «verschwendest». Vielleicht hast Du auch plötzlich ein schlechtes Gewissen, weil Du mehr als zwei Stunden täglich auf sozialen Medien verbringst. So eine Übung ist wertvoll, wird Dich sensibilisieren und Dir die Augen öffnen. Nutze also Dein schlechtes Gewissen bewusst, um aktiv an Deinem Zeitmanagement zu arbeiten.

Gutes Zeitmanagement ist erst der Anfang

Der bewusste Umgang mit der eigenen Zeit ist wichtig und trägt viel zu Deinem inneren Gleichgewicht und Deiner Zufriedenheit bei. Allein schon die Fragestellung nach den Dingen, die Dich wirklich glücklich machen und erfüllen und ob Du genug Zeit für diese aufwendest, kann viel verändern. Behalte dafür immer die folgenden Punkte im Hinterkopf:

  • Gehe mit Deiner Zeit so um, wie mit Deinem Geld
  • Werde Dir bewusst, wofür Du Deine Zeit «ausgibst» und hinterfrage das kritisch. 

Betrachte diesen Beitrag als Anregung für Dich, um wieder ein wenig achtsamer und bewusster mit Deiner Zeit umzugehen. Es gibt so viele verschiedene Fassetten rund um das Thema Zeitmanagement, von der philosophischen Betrachtung (was macht mich eigentlich glücklich und zufrieden) bis hin zur rein technischen Sicht (wie kann ich meine Woche organisieren, um mehr Zeit zur Verfügung zu haben).

Nutze also Deine Zeit um Dein Leben und das der Menschen, die Dir etwas bedeuten, positiv zu verändern. Den ersten Schritt hast Du mit dem Lesen dieses Artikels bereits getan.

Dein

Christian Unterschrift

Gehst Du bewusst mit Deiner Zeit um und hast Du Dir auch schon Gedanken zu diesem Thema gemacht? Ich bin gespannt auf Deine Meinung und Erfahrungen, also schreib mir bitte gleich unten einen Kommentar oder teil den Artikel mit Menschen, die das Thema auch interessiert.

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«Christian, Du musst an Deinem Mindset arbeiten, um endlich erfolgreich zu werden!». Auf sozialen Medien werde ich häufig mit solchen oder ähnlichen Anzeigen konfrontiert. Auch in meinem Bekanntenkreis kenne ich Menschen, die auf das Thema «Mindset» schwören und es als DEN Weg zum Erfolg sehen. Dagegen komme ich mir fast schon altmodisch vor, wenn ich davon spreche, wie wichtig doch das Erlernen von Fähigkeiten ist.

Aus diesem Grund möchte ich in diesem Beitrag die Themen Fähigkeiten und Mindset einander gegenüberstellen. Also lass uns gleich starten und dabei gemeinsam eine große Lüge aufdecken.

Die Mindset-Lüge als Geschäftsmodell

Fast täglich werde ich überhäuft mit Seminarangeboten, Vorträgen und Einladungen zu sogenannten «Masterclasses». Rund um das Thema Mindset hat sich eine richtige Industrie entwickelt, die schnell wächst und hochprofitabel ist. Die Stars dieser Szene werden teilweise wie Gurus gefeiert und umgeben sich gerne mit einer fast schon mystischen Aura.

Durch diese ganze Reizüberflutung fehlt es allerdings oft an einer etwas differenzierten Sicht auf die Materie. Wo ist das Thema Mindset sinnvoll und wo nicht? Wo stößt es an seine Grenzen und wie wichtig ist das Zusammenspiel mit anderen Themen wie Strategie oder Fähigkeiten? Doch zuerst, lass uns eine Frage klären:

Warum fasziniert uns das Thema Mindset ...

... und das Erlernen von Fähigkeiten nicht im gleichen Maß? Es fasziniert uns, da es im ersten Moment wie eine willkommene Abkürzung auf dem Weg zum eigenen Erfolg scheint. Damit einher geht leider oft die «Ausrede», das, wenn es mit dem Erfolg nicht wie gewünscht klappt, einfach nur der falsche Mindset Schuld war. Das ist gefährlich und kann zu einem verzerrten Bild der Realität führen. Denn es kann ja genauso sein, dass Du wegen einer falschen Strategie, fehlender Fähigkeiten oder einfach aufgrund schlechten Timings keinen Erfolg hattest.

Natürlich ist das Thema wichtig, keine Frage. Mein Artikel «Erfolg ist Kopfsache» zeigt zum Beispiel, wie ich daran herangeführt wurde und es in meinen Arbeitsalltag eingebaut habe. Auch in meinem Online-Kurs «Verkaufen lernen» widme ich dem Thema Mindset eine komplette Lektion.

Worauf solltest Du den Fokus legen?

Für mich gibt es kein gut oder schlecht, kein Schwarz oder Weiß. Es ist wie beim Kochen: Du brauchst alle Zutaten IN DER RICHTIGEN DOSIERUNG für ein gelungenes Essen. Also lass uns Fähigkeiten und Mindset gegenüberstellen, um zusammen die richtige Dosierung zu finden:

Fähigkeiten

Sich neue Fähigkeiten anzueignen oder an den bestehenden zu arbeiten ist in meinen Augen einer der wichtigsten Dinge, die Du in Deinem (beruflichen) Leben tun kannst. Leider treten viele Menschen auf der Stelle, lernen eine Fähigkeit einmal und wiederholen diese dann 5, 10 oder 20 Jahre lang. Man hat nie ausgelernt und neue Fähigkeiten eröffnen Dir immer auch neue Möglichkeiten, beruflich als auch privat.

Fazit

Bei Fähigkeiten ist es meistens klar, was diese ausmachen und wie Du diese erlernen kannst.

Ich bin dafür ein gutes beste Beispiel. Bis vor ein paar Jahren wäre es für mich noch ein Alptraum gewesen, vor Menschen zu sprechen und präsentieren. Durch zahlreiche Kurse, Bücher und viel Übung habe ich mir diese Fähigkeit schließlich angeeignet. Schlussendlich war es so, dass ich mir nicht nur eine neue Fähigkeit angeeignet, sondern auch ein verstecktes Talent entdeckt habe. Neue Fähigkeiten zu erlernen oder bestehende zu verbessern ist also oft ein mühsamer und zeitintensiver Prozess, aber er wird Dich als Mensch weiterbringen und vielleicht entdeckst ja auch Du ein verstecktes Talent.

Vorteile

Neue Fähigkeiten können gut nach außen getragen werden

Wichtig für Deine persönliche Entwicklung und das Entdecken versteckter Talente

Nachteile

Fähigkeiten müssen über einen längeren Zeitraum erlernt werden

Nur die persönliche Interpretation machen sie wirklich wertvoll für Dich

Mindset

Die Herausforderung beim Thema Mindset ist, dass es dafür keine allgemein gültige Definition gibt. Bei Fähigkeiten ist es oft viel klarer, was Du tun musst, um diese zu erlernen. Dochwwas ist «der richtige Mindset» und was macht ihn aus? Diese Frage zu beantworten ist schwierig, genauso wie einen richtigen Experten auf diesem Gebiet zu finden. Grundsätzlich kann sich jeder «Mindset-Coach» nennen und seine Dienstleistung verkaufen.

Fazit

Ich sage ganz bewusst, die richtige Einstellung zu haben ist wichtig für Deine persönliche Entwicklung und Deinen Erfolg. Ein guter Mindset alleine hilft Dir aber nicht viel. Er schreibt Dir keine Beiträge, verkauft nicht Dein Produkt und hält auch nicht Deine nächste Präsentation. Er fungiert aber als Fundament für all Dein Tun und genauso solltest Du ihn auch sehen und behandeln.

Ohne die richtige Einstellung, den richtigen Mindset wirst Du nicht erfolgreich. Liebe was Du tust und habe dabei immer das große Ganze vor Augen.

Vorteile

Du kannst Deinen Mindset sofort und ohne großes Vorwissen ändern

Der Wille und die richtige Einstellung können wortwörtlich Berge versetzen

Nachteile

Es gibt keine allgemein gültige Definition für einen guten Mindset

Das Thema kann schnell zur Glaubensfrage werden

Die Mindset-Lüge

Einen Gewinner im klassischen Sinn gibt es natürlich nicht. Beide sind auf ihre Art wichtig und nur in Kombination auch wirklich erfolgreich. Ich zum Beispiel bin von Grund auf ein positiver und optimistischer Mensch. Den «richtigen» Mindset habe ich somit praktisch umsonst mitbekommen. Das ist sicher einer der Gründe, warum für mich das Erlernen neuer Fähigkeiten mehr Priorität hat. Es gibt also schlussendlich kein universell gültiges «Mischverhältnis», denn das hängt einfach zu stark von Dir und Deiner Persönlichkeit ab.

Was hat es denn nun mit der eingangs erwähnten Mindset-Lüge auf sich? Nun, die Lüge ist, dass uns diese Industrie vermitteln will, dass es nur den richtigen Mindset braucht um erfolgreich zu werden. Viele Menschen sind natürlich empfänglich für solche «Abkürzungen» und «Lifehacks» und genau diese Bequemlichkeit machen sich viele sogenannte Experten oder Gurus zunutze. Es wird eine gewisse Abhängigkeit geschaffen und das ist es, was ich als schlecht und verwerflich empfinde. Im Endeffekt ist nicht das Thema Mindset schlecht, sondern das, was daraus gemacht wird und welche Werte damit vermittelt werden.

Eine gute Einstellung zu haben ist das Fundament, aber darauf aufbauend sind es Deine Fähigkeiten, die Dich erfolgreich machen.

Dein

Christian Unterschrift

Was ist Deiner Meinung nach wichtiger, Fähigkeiten oder Mindset? Hast Du schon einmal eine Mindset-Veranstaltung besucht und was waren Deine Erfahrungen? Ich bin gespannt auf Deine Meinung und Erfahrungen, also schreib mir bitte gleich unten einen Kommentar oder teil den Artikel mit Menschen, die das Thema auch interessiert.

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Sicher kennst Du auch Menschen, die einfach keine Witze erzählen können. Sie verhaspeln sich ständig und wenn sie dann endlich zur Pointe kommen, ist das Desaster perfekt. Leider gibt es auch im Berufsleben genug Menschen, die sich trotz vieler Worte nicht richtig ausdrücken können.

Dabei gibt es eine einfache Kommunikationsformel, mit der jeder seine Gedanken klar ausdrücken kann. Ich habe diese in einem Selbstversuch 100 Tage konsequent angewandt.

Wenn Du wissen willst, wie diese Formel funktioniert, welche unglaublichen Dinge mir während dieser 100 Tage passiert sind und was das alles mit einem Hamburger zu tun hat, dann lies jetzt weiter.

Ich weiß nicht was Du meinst

OK, fairerweise muss man sagen, dass jeder von uns schonmal vor der Herausforderung stand, dass er seine Gedanken nicht so klar und verständlich ausdrücken konnte, wie er das eigentlich wollte. Erschwerend kommt hinzu, dass viele (ich eingeschlossen) unter der sogenannten «Expertenblindheit» leiden. Das heißt, wir erklärten Dinge aus unserer Sicht und auf Basis unseres Wissens. Da ist es schnell passiert, dass zum Beispiel einfache Abläufe so kompliziert beschrieben werden, dass unser Gegenüber keine Ahnung mehr hat, wovon wir eigentlich sprechen. Dieses Phänomen kann oft beobachtet werden, wenn wir zum Beispiel vor Menschen präsentieren. Versuch Dich doch mal daran zu erinnern, wie Du das letzte Mal von jemandem eingearbeitet wurdest.

Wir haben nie gelernt klar zu kommunizieren

Doch warum fällt es uns so schwer, einfach und klar zu kommunizieren? Einer der Gründe ist sicher, dass uns unterbewusst vermittelt wird, dass wissenschaftlich und hoch technisch klingende Aussagen grundsätzlich besser sind und uns intelligenter erscheinen lassen. Es gibt Auswertungen, die belegen, dass Menschen in sozialen Netzwerken tendenziell mehr solche Beiträge «liken» als andere. Warum? Nun, ein «Like» spiegeln quasi den Leser wider und lässt ihn am vermeintlichen «Glanz» des Beitragsschreibers teilhaben. Es fällt also etwas von dessen Intelligenz auf uns zurück. Das ist eigentlich verrückt, menschlich aber nachvollziehbar, den die Meinung anderer Leute ist uns wichtig. Wir alle haben also unterbewusst die Angst, dass Einfachheit und Klarheit in unserer Kommunikation uns naiv und ungebildet erscheinen lässt, doch genau das Gegenteil ist der Fall, denn klare Kommunikation ...

... schafft Verständnis

Gute Kommunikation fördert das gegenseitige Verständnis und schafft Klarheit in so gut wie allen Situationen. Sei es in einem Verkaufsgespräch, einer Bewerbung, einer Besprechung oder im Gespräch mit Deinen Kollegen, denen Du das neue Organigramm erklärst. Wer sich klar und einfach ausdrücken kann, schafft Verständnis und überzeugt dadurch viel einfacher und schneller seine Mitmenschen.

... baut Brücken

Wie reagierst Du, wenn Du jemanden inhaltlich nicht verstehst? Einige wenige Fragen nach oder sagen ganz offen, dass sie etwas nicht verstanden haben, die große Mehrheit aber schweigt.

Wir schweigen, weil wir denken, «Vielleicht bin ich ja einfach zu blöd dafür» oder «er hält mich sicher für einen kompletten Idioten, wenn ich das jetzt frage». Seien wir doch mal ehrlich, Menschen die übertrieben kompliziert und wissenschaftlich kommunizieren, schrecken uns ab. Die Hürde für eine konstruktive Kommunikation oder Zusammenarbeit wird oft unüberwindbar hoch und das ist jedes Mal eine verpasste Chance.

So funktioniert die Kommunikationsformel

Wie klare und effiziente Kommunikation funktioniert und was sie bewirken kann, habe ich von Thomas gelernt. Seine Aussagen waren immer, selbst bei sehr komplexen Themen, strukturiert und für jeden verständlich. Mich hat das beeindruckt und ich wollte das unbedingt auch so beherrschen. Erst dachte ich, dass das eine Art Talent sei, doch nach ein wenig Recherche kann ich sagen, es handelt sich um eine Fähigkeit. Die Basis für diese Fähigkeit bildet eine Kommunikationsformel, die folgenden zwei Punkte beinhaltet:

Strukturiere was Du sagen willst

Jeder Mensch kommuniziert anders und was für Dich völlig klar und offensichtlich ist, kommt bei Deinem Gegenüber vielleicht wirr und unverständlich an. Es ist das oben beschriebene «Witzproblem», wo wir innerlich zwar genau wissen, was wir erzählen wollen, aber daran scheitern wie wir es schlussendlich tun. Genau das gilt es zu verhindern und an einer ergebnisorientierten Kommunikation zu arbeiten.

Lösung

Die Lösung ist einfach: strukturiere Deine Kommunikation. Du musst Dir so eine Struktur wie einen Hamburger vorstellen. Dein Hauptthema ist der Burger als ganzes und die einzelnen Punkte oder Ideen, die Du thematisieren möchtest dann der Salat, die Zwiebeln und das Fleisch.

Der große Vorteil dabei ist, dass Du durch diese Methode gezwungen wirst, Dir vorher Gedanken darüberzumachen was Du sagen und wie Du es ausdrücken willst. Was sind zum Beispiel die drei wichtigsten Punkte, die ich ansprechen möchte? Mach es Dir dabei zur Gewohnheit die Punkte, die Du ansprechen willst, kurz anzukündigen «ich werde die drei wichtigsten Neuerungen unserer Strategie kurz beschreiben». Abschließend fasst Du das Ganze nochmals kurz zusammen, inklusive Deiner Schlussfolgerung.

Diesen Ansatz habe ich schon in mehreren Variationen mit den unterschiedlichsten Namen gesehen. Mir gefällt daran die Einfachheit und wie schnell er sich umsetzen lässt.

Hamburger Prinzip

So sieht strukturierte «Hamburger-Kommunikation» anhand eines einfachen Praxisbeispieles aus:

Um was geht es & Ankündigung der Punkte
«Ich stelle euch heute unser neues Vertriebsmodell vor und möchte dabei drei Punkte besonders hervorheben:»

Deine Punkte
1. Die Einfachheit (der Salat)
2. Die Flexibilität (die Zwiebeln)
3. Die Planbarkeit (das Fleisch)

Zusammenfassung & Schlussfolgerung
«Wir haben also einen einfacheren Prozess, der flexibler und besser planbar ist. Damit werden wir zukünftig mehr Umsatz generieren können.»

Wichtig ist, dass Du die Punkte sauber voneinander trennst und nicht anfängst hin- und herausspringen oder Themen zu vermischen.

Fast alle meine Blogbeiträge folgen einer ähnlichen Struktur. Auch hier zwingt mich diese dazu, meine Gedanken zu ordnen und sorgt so schlussendlich für mehr Klarheit. Wie Du siehst, nehmen viele Leser so eine Struktur positiv wahr.

Feedback von Wladislaw

Versuche also Deine Kommunikation mehr zu strukturieren und Du wirst von den Ergebnissen überrascht sein.

Verwende einfache Sprache

Wie schon beschrieben, herrscht leider ein allgemeiner Irrglaube, dass, je komplizierter und wissenschaftlicher man sich ausdrückt, desto intelligenter wirkt man. Erschwerend kommt hinzu, dass Menschen bei Unklarheiten viel zu selten nachfragen. Beides ist extrem kontraproduktiv und führt unweigerlich in einen Teufelskreis. Was nützt es Dir, wenn Du in einem Bewerbungsgespräch Deinen Lebenslauf zwar fachlich korrekt erklärst, schlussendlich hat aber keiner verstanden, was Du die letzten fünf Jahre wirklich gemacht hast. Oder wenn Du im Verkaufsgespräch Dein Produkt so kompliziert erklärst, dass Dein potenzieller Kunde nur noch Bahnhof versteht und bei der Konkurrenz kauft. Ich nenne das «Expertenblindheit».

Diese Problematik ist mir durch meinen Branchenwechsel vor einigen Jahren erst so richtig bewusst geworden. Plötzlich sprechen die Leute über Dinge, die für Sie völlig normal sind, von denen ich aber noch nie gehört habe. Ich kann mich noch genau an meine erste Mitarbeiterschulung erinnern. Peter absolvierte diese gemeinsam mit mir. Er war in der Lage, für mich kompliziert wirkende Zusammenhänge verständlich und in einfachen Worten zu erklären. Zum einen habe ich das damals natürlich sehr geschätzt und zum anderen hat mich auch diese Fähigkeit wirklich beeindruckt.

Lösung

Die Lösung ist einfach und effektiv. Kommuniziere so, dass jemand, der nichts mit der Materie zu tun hat, es versteht. Das klingt im ersten Moment vielleicht einfacher als es tatsächlich ist. Versuch Dich in Dein Gegenüber hineinzuversetzen um den richtigen Ton zu treffen. Dazu braucht es ein wenig empathisches Gespür, aber auch das kannst Du lernen. So gut wie alles lässt sich mit einfachen Worten erklären, selbst die Relativitätstheorie.

Plötzlich geht es dann nicht mehr um den «Relationship Manager», sondern nur noch um den «Kundenberater», oder ich hab kein «Alignment Meeting» mehr, sondern nur noch eine «Abstimmung». Leute haben Angst, dass wenn sie Dinge einfach und für jeden verständlich erklären, man sie für weniger intelligent hält. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Die Kunst liegt ja gerade darin, komplexe Zusammenhänge einfach und für jeden verständlich zu vermitteln.

Was hat mir die Kommunikationsformel gebracht?

Diese zwei einfachen Regeln habe ich also 100 Tage konsequent angewandt. Das Ergebnis hat mich wirklich überrascht:

Höhere Produktivität

Ich hatte deutlich kürzere, dafür viel produktivere Gespräche, Besprechungen und Abstimmungen im Büro.

Mehr Verständnis

Plötzlich gab es kein Halbwissen oder Unklarheit mehr, denn Struktur und einfache Sprache zwangen mich dazu, mich noch intensiver mit den Themen zu beschäftigen. Nur wer weiß von was er spricht, kann das auch in einfachen Worten erklären.

Albert Einstein
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«Wenn Du es nicht einfach erklären kannst, dann hast Du es nicht verstanden.»


Albert Einstein

Bessere Gespräche

Menschen, die vorher sehr technisch und wissenschaftlich kommuniziert haben, versuchten plötzlich auch eine einfachere Sprache zu verwenden. Menschen spiegeln sich eben, auch und vor allen in der Kommunikation.

Ganz wichtig ist es, dass Du die Punkte auf Deine eigene Art umsetzt. Ich zum Beispiel werde wohl immer der Geschichtenerzähler bleiben. Das schöne ist, dass sich Dein persönlicher Stil einfach und schnell durch die Kommunikationsformel «ergänzen» lässt. Alles, was es dafür braucht, ist der Wille und ein wenig Übung.

Mit wie wenig Aufwand ich meine Kommunikation dramatisch verbessern konnte, ist für mich die größte Überraschung bei diesem Experiment und aus diesem Grund ist für mich klar, dass aus dieser 100-Tage-Challenge eine Gewohnheit wird. Klarheit ist der wichtigste Faktor für gute Kommunikation und durch die beschriebene Kommunikationsformel erreichst Du ein Maximum an Klarheit.

Stefan Schlegel hat für sich eine Kommunikationsformel entwickelt, die aus vier einfachen Regeln besteht. In seiner Podcastfolge «die beste Kommunikationsformel der Welt» erklärt er diese und zeigt auf, warum deren Umsetzung nicht immer einfach ist - wirklich sehr hörenswert.

Dein

Christian Unterschrift

Wie hältst Du vom «Hamburger-Prinzip»? Bist Du manchmal auch «expertenblind» oder hast Du Deine eigene Kommunikationsformel? Ich bin gespannt auf Deine Meinung und Erfahrungen, also schreib mir bitte gleich unten einen Kommentar oder teil den Artikel mit Menschen, die das Thema auch interessiert.

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