1. Oktober 2020

Die ultimative Kommunikationsformel im 100 Tage Selbstversuch … und das ist passiert

Sicher kennst Du auch Menschen, die einfach keine Witze erzählen können. Sie verhaspeln sich ständig und wenn sie dann endlich zur Pointe kommen, ist das Desaster perfekt. Leider gibt es auch im Berufsleben genug Menschen, die sich trotz vieler Worte nicht richtig ausdrücken können.

Dabei gibt es eine einfache Kommunikationsformel, mit der jeder seine Gedanken klar ausdrücken kann. Ich habe diese in einem Selbstversuch 100 Tage konsequent angewandt.

Wenn Du wissen willst, wie diese Formel funktioniert, welche unglaublichen Dinge mir während dieser 100 Tage passiert sind und was das alles mit einem Hamburger zu tun hat, dann lies jetzt weiter.

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Ich weiß nicht was Du meinst

OK, fairerweise muss man sagen, dass jeder von uns schonmal vor der Herausforderung stand, dass er seine Gedanken nicht so klar und verständlich ausdrücken konnte, wie er das eigentlich wollte. Erschwerend kommt hinzu, dass viele (ich eingeschlossen) unter der sogenannten «Expertenblindheit» leiden. Das heißt, wir erklärten Dinge aus unserer Sicht und auf Basis unseres Wissens. Da ist es schnell passiert, dass zum Beispiel einfache Abläufe so kompliziert beschrieben werden, dass unser Gegenüber keine Ahnung mehr hat, von was wir eigentlich sprechen. Versuch Dich doch mal daran zu erinnern, wie Du das letzte Mal von jemandem eingearbeitet wurdest.

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Wir haben nie gelernt klar zu kommunizieren

Doch warum fällt es uns so schwer, einfach und klar zu kommunizieren? Einer der Gründe ist sicher, dass uns unterbewusst vermittelt wird, dass wissenschaftlich und hoch technisch klingende Aussagen grundsätzlich besser sind und uns intelligenter erscheinen lassen. Es gibt Auswertungen, die belegen, dass Menschen in sozialen Netzwerken tendenziell mehr solche Beiträge «liken» als andere. Warum? Nun, ein «Like» spiegeln quasi den Leser wider und lässt ihn am vermeintlichen «Glanz» des Beitragsschreibers teilhaben. Es fällt also etwas von dessen Intelligenz auf uns zurück. Das ist eigentlich verrückt, menschlich aber nachvollziehbar, den die Meinung anderer Leute ist uns wichtig. Wir alle haben also unterbewusst die Angst, dass Einfachheit und Klarheit in unserer Kommunikation uns naiv und ungebildet erscheinen lässt, doch genau das Gegenteil ist der Fall, denn klare Kommunikation ...

... schafft Verständnis

Gute Kommunikation fördert das gegenseitige Verständnis und schafft Klarheit in so gut wie allen Situationen. Sei es in einem Verkaufsgespräch, einer Bewerbung, einer Besprechung oder im Gespräch mit Deinen Kollegen, denen Du das neue Organigramm erklärst. Wer sich klar und einfach ausdrücken kann, schafft Verständnis und überzeugt dadurch viel einfacher und schneller seine Mitmenschen.

... baut Brücken

Wie reagierst Du, wenn Du jemanden inhaltlich nicht verstehst? Einige wenige Fragen nach oder sagen ganz offen, dass sie etwas nicht verstanden haben, die große Mehrheit aber schweigt.

Wir schweigen, weil wir denken, «Vielleicht bin ich ja einfach zu blöd dafür» oder «er hält mich sicher für einen kompletten Idioten, wenn ich das jetzt frage». Seien wir doch mal ehrlich, Menschen die übertrieben kompliziert und wissenschaftlich kommunizieren, schrecken uns ab. Die Hürde für eine konstruktive Kommunikation oder Zusammenarbeit wird oft unüberwindbar hoch und das ist jedes Mal eine verpasste Chance.

So einfach funktioniert die Kommunikationsformel

Wie klare und effiziente Kommunikation funktioniert und was sie bewirken kann, habe ich von Thomas gelernt. Seine Aussagen waren immer, selbst bei sehr komplexen Themen, strukturiert und für jeden verständlich. Mich hat das beeindruckt und ich wollte das unbedingt auch so beherrschen. Erst dachte ich, dass das eine Art Talent sei, doch nach ein wenig Recherche kann ich sagen, es handelt sich um eine Fähigkeit. Die Basis für diese Fähigkeit bildet eine Kommunikationsformel, die folgenden zwei Punkte beinhaltet:

Strukturiere was Du sagen willst

Strukturierte Kommunikation

Jeder Mensch kommuniziert anders und was für Dich völlig klar und offensichtlich ist, kommt bei Deinem Gegenüber vielleicht wirr und unverständlich an. Es ist das oben beschriebene «Witzproblem», wo wir innerlich zwar genau wissen, was wir erzählen wollen, aber daran scheitern wie wir es schlussendlich tun. Genau das gilt es zu verhindern und an einer ergebnisorientierten Kommunikation zu arbeiten.

Die Lösung

Die Lösung ist einfach: strukturiere Deine Kommunikation. Du musst Dir so eine Struktur wie einen Hamburger vorstellen. Dein Hauptthema ist der Burger als ganzes und die einzelnen Punkte oder Ideen, die Du thematisieren möchtest dann der Salat, die Zwiebeln und das Fleisch.


Der große Vorteil dabei ist, dass Du durch diese Methode gezwungen wirst, Dir vorher Gedanken darüberzumachen was Du sagen und wie Du es ausdrücken willst. Was sind zum Beispiel die drei wichtigsten Punkte, die ich ansprechen möchte? Mach es Dir dabei zur Gewohnheit die Punkte, die Du ansprechen willst, kurz anzukündigen «ich werde die drei wichtigsten Neuerungen unserer Strategie kurz beschreiben». Abschließend fasst Du das Ganze nochmals kurz zusammen, inklusive Deiner Schlussfolgerung.


Diesen Ansatz habe ich schon in mehreren Variationen mit den unterschiedlichsten Namen gesehen. Mir gefällt daran die Einfachheit und wie schnell er sich umsetzen lässt.

Hamburger Prinzip

So sieht strukturierte «Hamburger-Kommunikation» anhand eines Praxisbeispieles aus:


Um was geht es & Ankündigung

«Ich stelle euch heute unser neues Vertriebsmodell vor und möchte dabei drei Punkte besonders hervorheben.»


Deine Punkte

  1. Die Einfachheit (Salat)
    ...
  2. Die Flexibilität (Zwiebeln)
    ...
  3. Die Planbarkeit (Fleisch)
    ...

Zusammenfassung & Schlussfolgerung

«Wir haben also einen einfacheren Prozess, der flexibler und besser planbar ist. Damit werden wir zukünftig mehr Geschäft machen können»


Wichtig ist, dass Du die Punkte sauber voneinander trennst und nicht anfängst hin- und herzuspringen oder Themen zu vermischen.


Fast alle meine Blogbeiträge folgen einer ähnlichen Struktur. Auch hier zwingt mich diese dazu, meine Gedanken zu ordnen und sorgt so schlussendlich für mehr Klarheit. Viele Leser nehmen so eine Struktur positiv wahr.

Feedback Struktur

Versuche also Deine Kommunikation mehr zu strukturieren und Du wirst von den Ergebnissen überrascht sein.

Verwende einfache Sprache

Einfache Sprache

Wie schon beschrieben, herrscht leider ein allgemeiner Irrglaube, dass, je komplizierter und wissenschaftlicher man sich ausdrückt, desto intelligenter wirkt man. Erschwerend kommt hinzu, dass Menschen bei Unklarheiten viel zu selten nachfragen. Beides ist extrem kontraproduktiv und führt unweigerlich in einen Teufelskreis. Was nützt es Dir, wenn Du in einem Bewerbungsgespräch Deinen Lebenslauf zwar fachlich korrekt erklärst, schlussendlich hat aber keiner verstanden, was Du die letzten fünf Jahre wirklich gemacht hast. Oder wenn Du im Verkaufsgespräch Dein Produkt so kompliziert erklärst, dass Dein potenzieller Kunde nur noch Bahnhof versteht und bei der Konkurrenz kauft. Ich nenne das «Expertenblindheit».


Diese Problematik ist mir durch meinen Branchenwechsel vor einigen Jahren erst so richtig bewusst geworden. Plötzlich sprechen die Leute über Dinge, die für Sie völlig normal sind, von denen ich aber noch nie gehört habe. Ich kann mich noch genau an meine erste Mitarbeiterschulung erinnern. Peter absolvierte diese gemeinsam mit mir. Er war in der Lage, für mich kompliziert wirkende Zusammenhänge verständlich und in einfachen Worten zu erklären. Zum einen habe ich das damals natürlich sehr geschätzt und zum anderen hat mich auch diese Fähigkeit wirklich beeindruckt.

Die Lösung

Die Lösung ist einfach und effektiv. Kommuniziere so, dass jemand, der nichts mit der Materie zu tun hat, es versteht. Das klingt im ersten Moment vielleicht einfacher als es tatsächlich ist. Versuch Dich in Dein Gegenüber hineinzuversetzen um den richtigen Ton zu treffen. Dazu braucht es ein wenig empathisches Gespür, aber auch das kannst Du lernen. So gut wie alles lässt sich mit einfachen Worten erklären, selbst die Relativitätstheorie.

Plötzlich geht es dann nicht mehr um den «Relationship Manager», sondern nur noch um den «Kundenberater», oder ich hab kein «Alignment Meeting» mehr, sondern nur noch eine «Abstimmung». Leute haben Angst, dass wenn sie Dinge einfach und für jeden verständlich erklären, man sie für weniger intelligent hält. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Die Kunst liegt ja gerade darin, komplexe Zusammenhänge einfach und für jeden verständlich zu vermitteln.

Was hat mir die Kommunikationsformel gebracht?

Diese zwei einfachen Regeln habe ich also 100 Tage konsequent angewandt. Das Ergebnis hat mich wirklich überrascht:

Höhere Produktivität

Ich hatte deutlich kürzere, dafür viel produktivere Gespräche, Besprechungen und Abstimmungen im Büro.

Mehr Verständnis

Plötzlich gab es kein Halbwissen oder Unklarheit mehr, denn Struktur und einfache Sprache zwangen mich dazu, mich noch intensiver mit den Themen zu beschäftigen. Nur wer weiß von was er spricht, kann das auch in einfachen Worten erklären.

Wenn Du es nicht einfach erklären kannst, hast Du es nicht gut genug verstanden.


Albert Einstein

Bessere Gespräche

Menschen, die vorher sehr technisch und wissenschaftlich kommuniziert haben, versuchten plötzlich auch eine einfachere Sprache zu verwenden. Menschen spiegeln sich eben, auch und vor allen in der Kommunikation.

Ganz wichtig ist es, dass Du die Punkte auf Deine eigene Art umsetzt. Ich zum Beispiel werde wohl immer der Geschichtenerzähler bleiben. Das schöne ist, dass sich Dein persönlicher Stil einfach und schnell durch die Kommunikationsformel «ergänzen» lässt. Alles, was es dafür braucht, ist der Wille und ein wenig Übung.

Mit wie wenig Aufwand ich meine Kommunikation dramatisch verbessern konnte, ist für mich die größte Überraschung bei diesem Experiment und aus diesem Grund ist für mich klar, dass aus dieser 100-Tage-Challenge eine Gewohnheit wird. Klarheit ist der wichtigste Faktor für gute Kommunikation und durch die beschriebene Kommunikationsformel erreichst Du ein Maximum an Klarheit.

Stefan Schlegel hat für sich eine Kommunikationsformel entwickelt, die aus vier einfachen Regeln besteht. In seiner Podcastfolge «die beste Kommunikationsformel der Welt» erklärt er diese und zeigt auf, warum deren Umsetzung nicht immer einfach ist - wirklich sehr hörenswert.

Wie hältst Du vom «Hamburger-Prinzip»? Bist Du manchmal auch «expertenblind» oder hast Du Deine eigene Kommunikationsformel? Ich bin gespannt auf Deine Meinung, also schreib mir gleich einen Kommentar oder teile den Post mit Freunden und Kollegen, die das Thema ebenfalls interessiert!

Christian Unterschrift

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Über den Autor

Christian ist Gründer und Inhaber von Motivation Erfolg. Neben dem Reisen interessiert er sich für Sport und gesunde Ernährung. Wenn er mal nicht arbeitet, trainiert er neue Bodyweight-Übungen oder schnürt seine Laufschuhe.

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