Mein IT-Vortrag in Leipzig

Letztes Mal habe ich Dir geschrieben, wie ich mich auf einen wichtigen 10-Minuten-Vortrag in Leipzig vorbereite.

Jetzt ist er vorbei und ich möchte mit Dir teilen, wie es gelaufen ist, mit Höhen und Tiefen.

Was mache ich direkt, bevor ich auf eine Bühne gehe?

Drei Dinge.

  • Ich freue mich - Das ist ehrlich gemeint und mein wichtigster Tipp überhaupt. Wer mit Angst auf die Bühne geht, überträgt diese Angst auf das Publikum. Wer sich freut, überträgt Freude.
  • Ich checke die kleinen Dinge - Funktioniert mein Laptop? Sind meine Notizen sortiert? Ist mein Hemd faltenfrei? Das alles klingt banal, ist aber der Unterschied zwischen einem souveränen und einem fahrigen Auftritt.
  • Ich nutze Hilfsmittel - Eine Büroklammer in der Hand, um die Nervosität zu kanalisieren oder hier jetzt in Leipzig Moderationskarten, um meine Hände zu beschäftigen.

Ich war gut vorbereitet und dann kam die Frage, auf die ich keine Antwort hatte. Drei Minuten vor dem Auftritt Der Techniker kam zu mir und fragte:

«Ansteck- oder festes Mikrofon?»

Klingt harmlos, war es aber nicht. Ich hatte mir darüber keine Gedanken gemacht. Habe spontan «festes Mikrofon» gesagt.

Das war mein größter Fehler des Tages.

Während des Vortrags war ich an meine Position gefesselt, konnte mich nicht bewegen und so keine Dynamik in den Raum bringen.

Lesson learned: Ab jetzt – immer Ansteckmikrofon, wenn es die Technik zulässt.

Was gut funktioniert hat

Erinnerst Du Dich an die drei «K» – Kosten, Kontrolle, Komfort? Ich hatte sie Dir in der letzten Mail erwähnt.

Für mein Versicherungs-Publikum habe ich mich für KONTROLLE entschieden. Das war die richtige Wahl. Im Gespräch danach kamen genau die Fragen, die das bestätigten: «Wie behalten wir bei diesem KI-Einsatz die Kontrolle?»

Außerdem hat mich nach dem Vortrag eine Zuhörerin angesprochen:

«Ich fand das großartig, dass Sie Bilder von sich in Ihrer Präsentation verwendet haben.»

Das ist die Bestätigung einer Lektion, die ich gerne immer wieder predige: Ein Mensch hinter den Folien schlägt jede perfekt designte Stockfoto-Sammlung. Immer.

Deine Aufgabe

Was kannst Du jetzt mitnehmen, ohne selbst in Leipzig gewesen zu sein? Hier sind zwei Dinge, die Du sofort umsetzen kannst:

  • Entscheide Dich für EIN «K». Bevor Du Deinen nächsten Vortrag oder Deine nächste Demo planst: Welche Sprache spricht Dein Publikum? Kosten, Kontrolle oder Komfort? Wähle eines. Bau alles andere drumherum.
  • Bau etwas persönliches von Dir in Deine Folien ein. Egal ob aus dem Urlaub, vom Schreibtisch oder vom letzten Team-Event. Eine einzige persönliche Folie macht den Unterschied zwischen «professioneller Vortrag» und «menschlicher Vortrag».

Bonus-Aufgabe: Notiere Dir nach Deinem nächsten Auftritt drei Dinge: Was lief gut, was war schwierig und was änderst Du beim nächsten Mal. Diese kleine Auswertung ist Gold wert. Ich mache sie seit Jahren und sie hat mich messbar besser gemacht.

Eine letzte Erkenntnis

Eine Regel hat sich für mich in Leipzig wieder bestätigt: Je kürzer der Vortrag, desto mehr Vorbereitung braucht er.

Wer einen 60-Minuten-Vortrag halten soll, darf sich auch mal ein wenig verzetteln, aber wer nur 10 Minuten hat, muss präzise sein.

Schreib mir gerne und erzähl mir, welches «K» bei Deinem nächsten Auftritt spricht, oder welchen kleinen Mikrofon-ähnlichen Fehler Du selbst schon mal gemacht hast.

Dein

Christian Unterschrift

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