Präsentieren wie ein Rockstar

Präsentieren wie ein Rockstar

Vor Jahren organisierte mein damaliger Arbeitgeber einen Rednerabend im Rahmen einer Kundenveranstaltung. Unter anderem trat ein hoher Polizeifunktionär mit dem Thema «Sicherheitspolitik des Freistaats Bayern» auf. Alle waren skeptisch, ob man mit diesem Thema einen spannenden Vortrag gestalten könne. Zur Überraschung vieler war das Ganze unterhaltsam, spannend und äußerst kurzweilig.
Ein halbes Jahr später wurde die gleiche Veranstaltung nochmals durchführen, allerdings mit einem anderen Referenten. Gleiches Thema, gleicher Ort und doch war der Vortrag langweilig, trocken und langatmig.

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Das Publikum vor Langweile schützen

Wie konnte das sein, dass das gleiche Thema einmal spannend und kurzweilig, ein anderes mal aber langweilig und trocken wahrgenommen wurde?
Das Problem war nicht das Thema, sondern die Art wie es vorgetragen wurde. Die Unterschiede zwischen unterhaltsam und langweilig sind meist kleiner, als Du jetzt vielleicht denkst. Ich möchte Dir diese Unterschiede und auf was Du achten musst, zeigen.
Wenn es um das Präsentieren von Inhalten geht, verlassen sich auch heute noch fast 95 Prozent aller Leute auf PowerPoint und ehrlich gesagt, die meisten dieser Präsentationen sind einfach nur schlecht.
Ich würde mich selbst jetzt nicht als Präsentationsprofi bezeichnen, aber ich habe schon viele gehalten und musste noch viel mehr über mich ergehen lassen. Ich nähere mich diesem Thema also mehr mit gesundem Menschenverstand und ganz viel Praxiserfahrung.

Nicht nur das WAS, sondern auch das WIE ist entscheidend

Als Erstes sei gesagt, dass egal welches Ziel Du mit Deiner Präsentation verfolgst, Du immer die volle Aufmerksamkeit Deines Publikums brauchst. Es kommt also nicht nur auf eine gute inhaltliche Vorbereitung an, sondern vor allem darauf, wie Du Deine Inhalte präsentierst.
Um zu verstehen, warum das WIE so wichtig ist, ist es hilfreich sich die Kommunikationspyramide und das sogenannte Eisbergprinzip vor Augen zu führen. Wie viel menschliche Entscheidungen werden auf Basis von Fakten und wie viele auf Basis vom Unterbewusstsein gefällt?

Den größten Effekt erzielen wir also, wenn wir das Unterbewusstsein unseres Publikums ansprechen. Doch wie werden heute, egal ob es ein Verkaufsgespräch oder ein Vortrag ist, Präsentationen gehalten? Richtig, basierend auf Daten, Fakten und Zahlen, also genau so wie man eben nicht tun sollte. Danach sind wir dann überrascht, dass wir nicht das gewünschte Resultat erzielt haben «Aber ich hab doch alles erklärt».
Du hast super Inhalte aber nicht die Fähigkeit sie spannend und emotional vorzutragen. Sorry, aber es wird niemanden interessieren, darum lass uns jetzt darüber sprechen, WIE Du präsentieren musst, um zu überzeugen. Schütz Dein Publikum vor Langeweile, denn verlierst Du die Aufmerksamkeit, so bist auch Du verloren!

Drei Varianten um zu präsentieren

Ganz grob unterscheiden wir drei Varianten, um eine Präsentation zu halten:

  • Mit der Hilfe von PowerPoint oder einem ähnlichen Tool,
  • mit der Hilfe eines Flipcharts oder,
  • präsentieren ohne Hilfsmittel.

Für den Einsatz der Hilfsmittel PowerPoint und Flipchart möchte ich Dir hier ein paar grundsätzliche Regeln und Tipps mit an die Hand geben.
Vorab gilt es zu sagen dass, unabhängig von der Variante, Du Deine Präsentation immer frei, also auch ganz ohne Hilfsmittel halten können musst. Technik darf nie Deine Art oder Deine Inhalte diktieren und sollte immer nur zur Unterstützung eingesetzt werden.

PowerPoint

Was macht nun eine großartige Präsentation aus? Ich sage, Einfachheit und Klarheit sollten Deine obersten Prioritäten sein. Am besten erreichst Du das durch folgenden drei Punkten:

1.

Die 5 x 5 Regel

Der meist begangene Fehler beim Erstellen von Präsentationen ist, dass zu viel Text (Daten, Fakten, Zahlen) verwendet wird. Ab einer gewissen Anzahl Wörter wird aus einer Präsentation ein Dokument und der Präsentator zum Vorleser. Anstatt mit dem Publikum zu sprechen, liest er nur noch vor, was eh jeder selbst lesen kann.

Beachte aus diesem Grund die sogenannte «5 x 5 Regel». Diese besagt, das nur maximal 5 Zeilen mit maximal 5 Wörtern auf eine Slide dürfen. PowerPoint ist ein visuelles Medium und Bilder sagen oft mehr als tausend Worte.

2.

Die 3 Sekunden Regel

Generell gilt für jede Slide Deiner Präsentation die «3 Sekunden Regel». Innerhalb dieser Zeit muss die Botschaft beim Publikum angekommen sein. Überladene Slides sind meistens das Resultat eines faulen Referenten. Versuch auf der anderen Seite aber auch nicht Seiten krampfhaft zu füllen «whitespace is your friend».

3.

Agenda Folien stellen Kontext her

Zeig Deinem Publikum immer, wo es sich gerade befindet. Vor allem bei längeren Präsentationen ist es sinnvoll, durch Agenda Folien regelmäßig Kontext herzustellen.

Sei dir immer bewusst, dass PowerPoint nur ein unterstützendes Werkzeug ist. Es gibt nur wenig Möglichkeiten der Interaktion und der Inhalt wird meistens im Frontalunterricht präsentiert. Ich habe schon Präsentationen erlebt, wo der Inhalt wirklich hervorragend aufbereitet wurde, aber es fehlte dem Präsentator einfach an Authentizität und Glaubwürdigkeit. In erster Linie macht also, wie so oft, der Mensch den Unterschied.

Flipchart

Für mich persönlich ist der Flipchart die natürlichste Art, um Informationen zu vermitteln oder um gemeinsam an einem Thema zu arbeiten. Es ist außerdem eine tolle Möglichkeit, um Dein Publikum mit einzubinden. Hat jemand eine Frage oder möchte Feedback geben, so kannst Du das direkt umsetzen. Es ist ein ganz anderer Weg, der Dir so viele Möglichkeiten gibt und fast nur Vorteile hat, wenn Du Dich an die folgenden Regeln hältst.

1.

«Keep it simple»

Versuch mit einfachen Formen und wenig Text zu arbeiten. Setze Farben und Kontraste gezielt ein. Mach Dir dabei nicht zu viele Gedanken, Du musst kein Picasso sein. Leg einfach los und «Keep it simple».

Wenn Du sehen könntest, wie einfach meine Flipcharts aufgebaut sind. Trotzdem machen sich Kunden regelmäßig Fotos davon, weil sie die Story dahinter verstanden haben.

2.

Dein Spickzettel

Wenn Du ein wenig Unterstützung brauchst, dann zeichne doch mit einem Bleistift auf dem Flipchart vor, was Du später visualisieren möchtest, egal ob es nun Diagramme oder Texte sind. Für das Publikum sind diese Notizen unsichtbar und Dir dienen sie während Deiner Präsentation als Spickzettel und geben Dir dadurch zusätzliche Sicherheit.
3.

Die Alternative

Sollte es nicht möglich sein, einen Flipchart einzusetzen, zum Beispiel in einem persönlichen Verkaufs- oder Beratungsgespräch, so kannst Du alternativ auch ein Blatt Papier verwenden. Ich habe damit immer gute Erfahrungen gemacht, denn es wird aktiv etwas getan und ist im besten Falle interaktiv. Im Zweifel zeichnest Du lieber selbst etwas auf ein Stück Papier, als Dich auf 08/15-Inhalte zu verlassen. Ich weiß, dass vor allem im Bankenumfeld das aufgrund von Regulatorik nicht immer einfach ist, aber zusätzliche Erklärungen auf einem Blatt Papier sollten auch hier möglich sein.

Der Vorteil eines Flipcharts (oder eines Blatt Papiers) liegt auf der Hand. Ohne ein starres Korsett kannst Du die Inhalte auf Deine Art verbalisieren und visualisieren. Dies emotionalisiert Dein Publikum deutlich mehr und Du sprichst damit direkt deren Unterbewusstsein an.

Was macht Dich zum «Rockstar»?

Was verbindest Du mit einem Rockstar? Ein wildes, ungezügelt Leben voller Freiheit und ohne Regeln?
Die Realität ist oft das genau Gegenteil davon. Disziplin, das Einhalten von Regeln und ganz viel Praxiserfahrung kommen der Wahrheit schon sehr viel näher. Ja, um ein Rockstar zu werden, musst Du Dich an spezifische und allgemeine Regeln halten.

1.

Die richtige Art

Die Frage, welche Präsentationsart zu welcher Gelegenheit passt, kannst Du selbst entscheiden. Grundsätzlich kann jeder Inhalt, mit gewissen Einschränkungen, auf die ein oder andere Weise vorgetragen werden. Wichtig ist immer, dass die Art der Präsentation zu Dir passt. Sei also mutig und probier auch mal neue Dinge aus, es wird sich lohnen.

2.

Fehler sind menschlich

Fehler und Versprecher können immer passieren. Lass Dich davon nicht aus der Ruhe bringen und mach einfach weiter. Fehler lassen Dich menschlich erscheinen und bringen Dich Deinem Publikum näher. Manchmal kann es sogar gut sein damit ein wenig zu kokettieren (ich bin heute ziemlich aufgeregt).

3.

Lieber gut kopiert als schlecht selbst gemacht

Lass Dich von anderen Menschen inspirieren. Besuch Veranstaltungen, Rednernächte oder schau einfach bei Google oder Youtube. Übernimm das, was Dir gefällt und adaptier es, so das es zu Deinem Style passt. Genauso habe ich es immer gemacht und mache es auch heute noch.

4.

Vorbereitung ist alles

Bereite Dich gewissenhaft vor! Das Erstellen von Inhalten ist nur ein Teil Deiner Präsentation. Was und wie Du es sagen willst, ist genauso wichtig und muss geübt werden. Die Faustformel hier lautet, dass Du Deine Präsentation im Notfall auch ohne PowerPoint oder Flipchart halten kannst.

5.

Leidenschaft überzeugt

Trage Deine Präsentation mit Überzeugung vor und glaub an das was Du sagst. Zeig Leidenschaft, stell Dich vor Dein Publikum und bleib in Bewegung. Das macht das Ganze viel dynamischer und packender.

 Wie Du das am besten erreichst, erfährst Du im Arbeitsblatt «Dein Rockstar Auftritt» in dem unter anderem auf diesen Punkt und was der «IKEA Effekt» damit zu tun hat, detailliert eingegangen wird.
6.

Werde zum Geschichtenerzähler

 Geschichten sind bestens geeignet um Deine Botschaft oder Aussage zu transportieren. Also nutze dieses mächtige Werkzeug und zieh so Dein Publikum in Deinen Bann. Wie Du zum richtig guten Geschichtenerzähler wirst und was Du damit noch alles erreichen kannst, erfährst Du im Blogbeitrag «Erfolg durch das Hollywood Prinzip».
7.

Die Macht der Stille

Pausen erzeugen beim Zuhörer Spannung und er wird wie gebannt an Deinen Lippen hängen. Setz Pausen also bewusst vor wichtigen Momenten in Deiner Präsentation ein, um Dein Publikum zu fesseln. Es braucht ein wenig Übung und auch Überwindung, aber trau Dich die Stille auszuhalten. Ungeübte Redner machen so gut wie keine Pausen und reden ohne Punkt und Komma. Geübte Redner und Profis hingegen wissen die Macht der Stille für sich zu nutzen und ziehen so das Publikum in ihren Bann.

Kannst Du Dich noch an den Song «The Look» von Roxette erinnern? An welche Stelle kannst Du Dich am besten erinnern?

In meiner Definition ist ein Rockstar also jemand der sich gewissenhaft vorbereitet, zu dem steht, was er präsentiert, auf einer emotionalen Ebene kommuniziert und den Mut hat auch mal neue Wege zu gehen.
Also finde Deinen Weg, kenne die Regeln, aber sei auch mutig und sei Du selbst, auch wenn es bedeutet anders zu sein!

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Dein Rockstar Auftritt
Die ultimative Anleitung um wie ein Rockstar zu präsentieren und Leute durch Deine Art zu überzeugen

Präsentieren wie ein Rockstar
  • Das Geheimnis des «Ikea Effekts» enthüllt
  • Auftreten wie ein Rockstar
  • Ab dem ersten Moment überzeugen
  • Volle Aufmerksamkeit Deines Publikums
  • Nie wieder unsicher oder nervös wirken

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Susanne Lorenz hat in ihrem Blog einen guten Beitrag zum Thema «erfolgreich präsentieren» geschrieben. Wenn Du also Lust hast noch ein wenig tiefer in das Thema einzutauchen, dann empfehle ich Dir ihren Beitrag hier zu lesen.

Hast Du Deinen Style schon gefunden? Welches sind Deine größten Herausforderungen beim Präsentieren? Ich bin gespannt, also schreib mir gleich einen Kommentar oder teil den Post mit Freunden oder Leuten, die das Thema ebenfalls interessiert!

About the Author Christian

Christian ist Gründer und Inhaber von Motivation Erfolg. Neben dem Reisen interessiert er sich für Sport und gesunde Ernährung. Wenn er mal nicht arbeitet, trainiert er neue Bodyweight-Übungen oder schnürt seine Laufschuhe.

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