Vorbereitung auf einen IT-Vortrag

In einer Woche stehe ich vor einem Publikum, dem ich in 10 Minuten zeigen soll, wie KI die Kundenkommunikation in der Versicherungsbranche verändert.

Und obwohl ich solche Vorträge schon hunderte Male gehalten habe – ich werde keine Live-Demo machen.

Klingt verrückt für einen Solution Architect, oder?

Aber ich erkläre Dir gleich, warum – und welche fünf Schritte ich gehe, um mich auf so einen Auftritt vorzubereiten. Vielleicht ist der ein oder andere Schritt auch für Deine nächste Präsentation hilfreich.

Am 16. Juni halte ich einen kurzen Vortrag bei den Versicherungsforen Leipzig zum Thema «Versicherung neu gedacht: KI-gestützte Kundenkommunikation, die wirkt». Nur 10 Minuten – aber davon hängt einiges ab.

Hier ist mein Workflow, Schritt für Schritt:

Schritt 1: Rahmendaten klären

Als allererstes will ich wissen: Was ist der Titel? Wie lang? Wer sitzt im Publikum? In meinem Fall: 10 Minuten, Versicherungsbranche, Entscheider-Ebene.

Klingt banal. Wird aber oft übersprungen – und dann passt die Präsentation am Ende nicht zur Realität.

Schritt 2: Storyline & Struktur festlegen

Ich starte NICHT mit Folien. Ich starte mit der Story.

Dafür nutze ich mein Arbeitsblatt «Demoskript». Da landen erst alle Gedanken und Ideen, dann strukturiere ich sie. Eine zentrale Frage beantworte ich hier immer als Erstes:

Spricht mein Publikum die Sprache von Kosten, Kontrolle oder Komfort

Diese drei «K» bestimmen, wie ich später formuliere, welche Beispiele ich wähle und sogar, welche Features ich zeige.

Welches «K» ich für Leipzig gewählt habe? Das verrate ich heute noch nicht. Wer am 16. dabei ist, hört es live.

Schritt 3: Folien bauen

Erst jetzt – wenn die Story steht – baue ich die Folien. Nicht umgekehrt. Das ist ein häufiger Fehler: mit PowerPoint anfangen, statt mit der Botschaft.

Schritt 4: Software-Demo

Ich werde in Leipzig keine Live-Demo halten. Stattdessen nehme ich die Demo vorab auf und integriere sie in die Folien.

Warum?

Bei nur 10 Minuten ist eine Live-Demo zu riskant. Ein einziger Ladefehler, eine unerwartete Frage zwischendurch, ein Browser-Update – und ich verliere wertvolle Minuten.

Außerdem: Ich rede manchmal einfach zu viel ... Eine aufgenommene Demo hilft mir, im Zeitplan zu bleiben.

Schritt 5: Üben, anpassen, üben, anpassen

Der wichtigste Schritt – und der, den die meisten unter­schätzen. Ich übe nicht einmal, sondern bestimmt zehnmal. Ich hole mir Feedback, passe an, übe weiter. Bis ich mich sicher und wohl fühle.

Deine Aufgabe

Wenn bei Dir in den nächsten Wochen eine wichtige Präsentation oder Demo ansteht, dann nimm Dir 30 Minuten Zeit und gehe diese drei Fragen durch:

  • Wie viel Zeit habe ich – und welche Inhalte passen WIRKLICH in diese Zeit? (Meine Erfahrung: meistens die Hälfte dessen, was Du planst.)
  • Spricht mein Publikum die Sprache von Kosten, Kontrolle oder Komfort? Entscheide Dich für EIN «K» – nicht alle drei..
  • Welche Teile zeige ich live, welche aufgenommen, welche gar nicht? Risiken früh ausschließen ist nicht Feigheit, sondern Profi.

Bonus-Aufgabe: Hol Dir mein kostenloses Arbeitsblatt «Demoskript» (ohne Anmeldung) und gehe damit Deine nächste Demo systematisch durch:

Schreib mir und erzähl mir, welche Präsentation bei Dir ansteht und für welches «K» Du Dich entschieden hast.

In ein paar Wochen erzähle ich Dir, wie es in Leipzig gelaufen ist. Mit ehrlicher Auswertung – was funktioniert hat und was ich beim nächsten Mal anders machen würde.

Dein

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