15. März 2019

Perfektionisten sterben in Schönheit

Würdest Du Dich selbst als Perfektionisten bezeichnen? Das kann manchmal ganz schön anstrengend und belastend sein, oder? Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut und darum möchte ich Dir in diesem Beitrag zeigen, wie Du anhand drei einfacher Regeln aus diesem Teufelskreis ausbrechen und endlich wieder produktiver und zufriedener werden kannst.

Zu Beginn meiner Selbstständigkeit bekam ich die Möglichkeit, mich für ein großes, langfristiges Projekt zu bewerben. Dazu musste ich, neben den üblichen Unterlagen, auch ein Fachkonzept erstellen, welches den Aufbau, die Gestaltung und Umsetzung beschreiben sollte. Ich bekam zwei Wochen Zeit, um alles einzureichen. «Mehr als genug um alles PERFEKT auszuarbeiten» dachte ich mir.

Warum das alles in einem Fiasko endete und was ich daraus gelernt habe, möchte ich mit Dir in diesem Beitrag teilen, also lass uns gleich starten.

More...

Die Ernüchterung war groß

Ich wollte diesen Auftrag unbedingt an Land ziehen. Das Thema war spannend, das Projekt sollte mindestens zwei Jahre laufen und ich hatte alle geforderten Fähigkeiten und Kenntnisse.

Der Druck war groß, denn ich wusste, dass es noch drei weitere Mitbewerber gab. Mein Ziel war es, das beste Konzept abzuliefern, eines, dass sich von den Anderen durch seine Innovationskraft und Perfektion abheben sollte.

Nach einer Woche intensiver Arbeit war ich allerdings ernüchtert. Ich hatte noch nichts Greifbares. Ein paar Folien, einige lose Ideen, ein genialer Einstieg, aber vorzeigbar war das alles noch lange nicht. Langsam wuchs der Frust, aber auch die Furcht davor, die Unterlagen nicht rechtzeitig fertigstellen zu können.

Das Ende vom Lied war, dass ich am Stichtag meine Unterlagen zwar fertig hatte, diese aber nur mittelmäßig waren. Es fehlte ein roter Faden, gewisse Teile waren zwar gut, andere dafür aber schlecht ausgearbeitet und lückenhaft. Die logische Konsequenz war, dass ich den Auftrag nicht erhalten habe.

Gefangen als Perfektionisten

Wie konnte das passieren? Ich hatte doch genug Zeit, hatte auch das Wissen und die Fähigkeiten und ich war motiviert bis in die Haarspitzen um ein perfektes Konzept zu erstellen.

Doch genau hier lag das Problem. Perfektionismus klingt zwar im ersten Moment gut und ist, wenn man Statistiken glauben darf, eine unserer liebsten «Charakterschwächen». Wer hat nicht auch schonmal «ich bin manchmal einfach ein wenig zu perfektionistisch» beim Vorstellungs- oder Beurteilungsgespräch angegeben, wenn er nach seinen vermeintlichen Schwächen gefragt wurde? Im oben beschriebenen Fall verhielt es sich allerdings kontraproduktiv. Durch meinen Willen es perfekt machen zu wollen, verlor ich komplett den Fokus und baute so unnötigen Druck auf. Ich war gefangen in einer Perfektionismus-Spirale, die mich daran hinderte, ein erfolgreiches Ergebnis fristgerecht einzureichen.

Perfektionismus-Spirale

Mehr Ergebnisse und weniger Frust

Was habe ich aus meinem damaligen Debakel gelernt? Ich habe viele meiner Handlungsweisen und Denkmuster hinterfragt und mich anhand von drei einfachen Regeln selbst zu mehr «Handlungsdisziplin» erzogen:

1.

Lieber «unperfekt» als garnicht

So hast Du ein vorzeigbares Ergebnis, welches Du mit der Zeit immer weiter anpassen, verbessern und verfeinern kannst (und auch solltest).

Für mich verhält es sich wie mit der Einrichtung einer neuen Wohnung. Es wird nie perfekt sein, aber Du brauchst zumindest ein Bett, ein Tisch und ein Schrank um erstmal einziehen zu können. Schön machen kannst Du es dann Schritt für Schritt. Außerdem weißt Du erst mit der Zeit, was Dir alles gefällt, wo was hingehört und auch, was weggelassen werden kann.

Etwas zu schaffen, auch wenn es noch nicht perfekt ist, gibt Dir ein gutes Gefühl und motiviert Dich weiter dranzubleiben.

2.

Realistische Ziele und Termine

Ich selbst setze mir ständig realistische Ziele und Termine, bis wann ich was erledigt haben möchte. «Der neue Blogpost muss bis Samstag fertiggestellt sein und wird dann veröffentlicht» oder «das Design der Webseite muss bis Ende Jahr definiert sein».

Diese Ziele habe ich mir dann in meinen Kalender eingetragen, sie also schriftlich fixiert. Dadurch wurden sie transparent, verbindlich und planbar.

3.

Besser gut adaptiert, als schlecht selbst gemacht

Leider sind nur die wenigsten von uns geniale Erfinder, die etwas entwickeln oder entdecken, was es so vorher noch nie gegeben hat. Die meisten neuen oder innovativen Dinge sind Variationen bereits existierender Produkte, Dienstleistungen oder Ideen. Skype hat zum Beispiel nicht das Telefonieren und Starbucks auch nicht den «Coffee-to-go» erfunden. Einfach ausgedrückt heißt dass, diese Ideen wurden übernommen und dann variiert und genau das solltest Du auch tun.

Versuch Dir das so oft wie möglich vor Augen zu führen. Dies nimmt Dir eine Menge Druck und lässt Dich sofort produktiver werden. In diesem Zusammenhang empfehle ich Dir auch meinen Artikel «3 einfache Wege Deine Kreativität zu fördern» der sich noch detaillierter mit diesem Thema und dem Prozess dahinter auseinandersetzt.

Es gibt so viele gute Ideen, Ansätze und Konzepte, die leider alles eines gemeinsam haben: Sie liegen auf dem Friedhof und wurden zusammen mit den Perfektionisten begraben, die nicht den richtigen Fokus hatten und darum gescheitert sind.

Verabschiede Dich vom Perfektionisten

Bei der Erstellung meines Blogs habe ich mich, auch wenn es mir manchmal wirklich sehr schwergefallen ist, an die beschriebenen drei Regeln gehalten:

  • Lieber «unperfekt» als garnicht
  • Realistische Ziele und Termine
  • Besser gut adaptiert, als schlecht selbst gemacht

Natürlich war ich mit dem Ergebnis nicht immer komplett zufrieden, aber genau diese «Unzufriedenheit» war und ist es, die mich antreibt Dinge ständig weiter zu verbessern. Das ist auch schon das ganze Geheimnis dahinter.

«Welches Konzept hat denn am Ende gewonnen?», fragst Du Dich jetzt vielleicht. Nun, das Siegerkonzept war weder revolutionär, noch war es etwas völlig Neues. Es war eine solide, handwerklich einwandfrei beschriebene und seriös aufbereitete Arbeit. Was in diesem Kontext als großes Kompliment und in keinster Weise abwertend gemeint ist.

Darum hier mein Rat an Dich: Löse Dich vom Gedanken immer alles perfekt machen zu wollen. Perfektion ist auf dem Weg zum Erfolg oft ein Hindernis und kann zu unnötigem Druck und Frustration führen und das ist immer kontraproduktiv.

Darum sei von heute an ein Macher, Planer und Weiterentwickler und brich aus der Perfektionismus-Spirale aus! Viele weitere spannende Beiträge zu diesem und ähnlichen Themen findest Du hier.

Bist Du ein Perfektionist und wenn ja, wie gehst Du damit um? Ich bin gespannt auf Deine Meinung, also schreib mir gleich einen Kommentar oder teile den Post mit Freunden und Kollegen, die das Thema ebenfalls interessiert!

Christian Unterschrift

Du möchtest mehr solcher Inhalte und ständig auf dem Laufenden bleiben? Dann trag Dich gleich für den Newsletter ein.

Newsletter

Hol Dir Deinen «Karrierebooster» und werde jetzt Newsletter Abonnent. Erhalte regelmässig neue und exklusive Inhalte, die Dich beruflich wirklich weiterbringen.

Über den Autor

Christian ist Gründer und Inhaber von Motivation Erfolg. Neben dem Reisen interessiert er sich für Sport und gesunde Ernährung. Wenn er mal nicht arbeitet, trainiert er neue Bodyweight-Übungen oder schnürt seine Laufschuhe.

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}

Ähnliche Beit​​​​räge

Christian

15. Februar 2020

Die Vergangenheit lehrt uns die Zukunft

Christian

1. November 2019

All Dein Wissen ist wertlos

Werde Newsletter Abonnent und erhalte kostenlos Zugang zu unserem Campus

>